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IPM: Sechs Punkte zu Infrastructure Performance Management

Um die Performance von kritischen Geschäftsanwendungen zuverlässig überwachen zu können, sind sechs Punkte beim Infrastructure Performance Monitoring (IPM) zu beachten.

Immer mehr große Unternehmen auf der ganzen Welt setzen auf hybride Rechenzentren, weshalb IT-Teams mit zusehends größeren und komplexeren Systemen umgehen müssen. Diese globalen Unternehmen lassen komplexe, geschäftskritische Anwendungen auf verteilten, mandantenfähigen Infrastrukturen laufen. Um jedoch Verfügbarkeit und Leistung zum bestmöglichen Preis sicherzustellen, müssen die IT-Teams sich von den traditionellen domänenspezifischen Leistungsüberwachungslösungen verabschieden.

APM-Tools (Application Performance Monitoring) sind gut dazu geeignet, die Anwendungsgeschwindigkeit zu messen. Aber das ist nur eine Seite der Medaille – und zwar die des Wegs vom Rechenzentrum zum Benutzer. Die IT benötigt Sichtbarkeit und Analysefähigkeit über alle Anwendungs- und Infrastrukturdomänen hinweg, um die optimale Performance proaktiv sicherzustellen und verlässliche Analysen durchzuführen. In diesem Artikel sehen wir uns sechs Aspekte des Infrastructure Performance Managements an, die Sie kennen sollten.

1. Anwendungszentriertheit

Der wahre Wert von Smartphones liegt in ihren Anwendungen und ihrer Leistung. Das Gleiche gilt für Unternehmen und ihre Infrastrukturen. Die IT muss wissen, was die Anwendungen leisten, die absolut kritisch für den alltäglichen Betrieb und die Geschäftsabläufe sind.

2. Berücksichtigung von Geräteinformation und Daten direkt von der Übertragungsstrecke

Die Leistungsüberwachung von Geräten wie beispielsweise Servern reicht einfach nicht mehr aus. Man muss zusätzlich den Durchsatz und andere kritische Protokollparameter der Applikationskommunikation betrachten, um tatsächlich eine ganzheitliche Übersicht über die Infrastrukturleistung zu bekommen. Viele Lösungen bieten nur einen der beiden Aspekte.

3. Vordringen ins Rechenzentrum

Um wirklich zu verstehen, was in der gesamten Infrastruktur passiert, benötigt man Plattformen für Infrastructure Performance Monitoring (IPM), welche die klassischen Application Tools für Performance Management ergänzen. Diese messen und überwachen zwar die Anwendungs-Performance aus Endbenutzersicht, aber haben keinen Einblick in die Rechenzentrumsinfrastruktur. Die Unternehmen benötigen aber Tools, die einen wirklich umfassenden Überblick bieten, indem sie den ganzen Stack überwachen, und nicht nur die Endpunkte.

4. Anbieterunabhängigkeit ist die Grundvoraussetzung

Um einen vollständigen Überblick zu erlangen, benötigt man IPM-Tools, die unabhängig von den Anbietern der Lösungen Informationen über die gesamte Infrastruktur liefern und verwalten können. Viele Anbieter haben eigene Tools, aber das sind proprietäre Lösungen, die nur ihre eigenen Technologien messen können. Die ideale IPM-Lösung muss eine Infrastruktur absolut anbieterneutral überwachen, messen und verwalten können.

5. Echtzeit, die keine Echtzeit ist

So gut wie alle Anbieter versprechen End-to-End-Überwachung in Echtzeit. Aber was bedeutet das eigentlich? Die Antwort ist, dass es für unterschiedliche Personen unterschiedliche Bedeutungen hat. Sie müssen Ihre System- und die Anwendungs-Performance mit der jeweiligen Übertragungsrate sehen können und gleichzeitig sicherstellen, dass alle kritischen Leistungsparameter und Aspekte der Infrastrukturen aus den Punkten 2 und 3 abgedeckt sind.

„Es ergibt einfach keinen Sinn, in einer Umgebung, in der es um Millisekunden geht, in Minuten zu rechnen.“

Chris James, Virtual Instruments

Sie müssen außerdem sicher sein, dass Ihre Lösung wirklich nützliche Informationen liefert. Überlegen Sie einmal: Was bedeutet es, wenn Sie in der Stadt mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 35 km/h fahren. Sie fahren natürlich nicht durchschnittlich 35 km/h, sondern eher 50 km/h, wobei Sie ab und zu stehenbleiben. Und Durchschnittsgeschwindigkeiten sind es, was die IPM-Lösungen bereitstellen, die nicht wirklich in Echtzeit messen – sie liefern die Durchschnittsleistung und nicht die tatsächlichen Leistungsparameter im Sekundentakt. Es ergibt einfach keinen Sinn, in einer Umgebung, in der es um Millisekunden geht, in Minuten zu rechnen.

6. Performance ist wichtiger als Verfügbarkeit: was 3 ms Latenz wirklich bedeuten

Heutzutage sehen wir Verfügbarkeit als gegeben an. Alle Anbieter scheinen eine Verfügbarkeit von mindestens 99,999 Prozent anzubieten. Daher unterscheiden sie sich nur noch über die Performance. Nehmen wir Websites als Beispiel: Studien belegen, dass die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne der Benutzer acht Sekunden beträgt. Wenn eine Website länger lädt, verlassen die Benutzer sie wieder. Eine Verzögerung von 3ms bei einzelnen Abfragen im Rechenzentrum kann, nachdem die Daten durch alle Applikations- und Infrastrukturkomponenten gewandert sind, eine Verzögerung von bis zu 30 Sekunden für den Endbenutzer bedeuten. Wenn eine Anwendung zu langsam ist, können die Benutzer ihre Aufgaben nicht optimal erledigen, was sich wiederum auf die Unternehmensleistung auswirkt.

Fazit

Wenn eine Infrastruktur nicht gut funktioniert, sind die Anwendungen, die Systeme, die Mitarbeiter und schließlich auch der Service für die Kunden betroffen. Deshalb ist wirklich umfassendes IPM, das anwendungszentriert ist und sich dazu auf die Infrastruktur fokussiert, so wichtig.

Über den Autor:
Chris James ist Marketing Director EMEA bei Virtual Instruments. In dieser Position verantwortet er das komplette Marketing-Spektrum des Anbieters von anwendungszentrischem Infrastructure Performance Management im Vertriebsgebiet Europa, Nahost und Afrika. Chris James verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrungen im Bereich IT-Marketing. Vor seinem Wechsel zu Virtual Instruments arbeitete er als externer Marketing-Berater bei verschiedenen Technologieunternehmen und hatte die Position des Marketing Director EMEA bei Overland Storage inne.

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Nächste Schritte

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Beheben Sie Cloud-Engpässe beheben mit Application Performance Management

Setzen Sie Application Performance Tools für verteilte Systeme ein

 

Artikel wurde zuletzt im September 2017 aktualisiert

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