Enterprise Mobility: Noch immer viele Probleme für Business-Apps in Unternehmen

Mobile Business-Apps erleichtern in vielen Unternehmen den Arbeitsalltag. Noch gibt es aber viele Probleme, die den großflächigen Einsatz behindern.

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„Dafür gibt es eine App!“ – dieses oft gehörte Statement hat wesentlich dazu beigetragen, Millionen von iPhones zu verkaufen und Apple hat sich redlich bemüht, diesen Slogan in unseren Gehirnen zu verankern. Gleichzeitig wurde damit die mobile Ära vorhergesagt, in der wir heutzutage viele Dinge mit mobilen Anwendungen erledigen, die zwar wenige Funktionen in sich vereinen, dafür aber genau diese Funktionen besonders fokussiert ermöglichen.

Ein halbes Jahrzehnt später stehen wir aber jetzt vor dem Problem, dass mobile Anwendungen ganz zentral unser Leben bestimmen, während „Dafür gibt es eine App!“ für viele IT-Abteilungen immer noch nicht zur Realität geworden ist. Komplexe und monolithische Firmen-Anwendungen in die mobile Welt zu transferieren oder diese entsprechend zu kaufen ist mit viel Aufwand verbunden und viele Unternehmen haben nicht die Entwickler, das Geld oder die Motivation, um diesen Schritt erfolgreich zu gehen.

Ich will damit aber keinesfalls sagen, dass Angestellte auf mobilen Endgeräten nicht produktiv sind. Ganz im Gegenteil. Ich kann auf geschäftliche E-Mails mithilfe nativer Apps auf meinem iPhone oder iPad zugreifen. Unterwegs schreibe ich News via CloudOn und habe Zugriff auf meine Dateien durch Microsoft OneDrive. In Meetings verwende ich zudem Notability, um mir entsprechend Notizen zu machen.

Aber nun raten Sie mal, wie viele dieser Apps mir mein Arbeitgeber zur Verfügung gestellt hat. Keine einzige. Die Anleitungen, wie man sich auf mobilen Endgeräten den E-Mail-Zugang einrichtet, werden von Mitarbeiter zu Mitarbeiter weiter gegeben. Die IT-Abteilung erlaubt das auch und stellt die notwendigen Funktionen zu Verfügung, ermutigt aber nicht wirklich zu einer Verwendung.

Sieht man sich entsprechende Studien und Statistiken an, dann sitzen die Angestellten in den meisten Unternehmen wohl im gleichen Boot.

Mobile Apps kommen lediglich auf sechs Prozent aller in Firmen eingesetzter Applikationen. Am Ende diesen Jahres soll die Zahl gerade mal auf neun Prozent steigen. Das geht aus dem Citrix Mobility Report von Dezember 2013 hervor, für den mehr als 700 IT-Entscheider befragt wurden.

Die Organisationen, die großflächig mobile Business-Anwendungen im Einsatz haben, sind in der Regel große Firmen, die entsprechend ausreichend Entwickler angestellt haben, um die Applikationen zu erstellen und zu verwalten, so eine Einschätzung von Alan Dabbiere, Vorsitzender von AirWatch LLC. Airwatch ist ein Anbieter von Mobile-Enterprise- und MDM-Lösungen (Mobile Device Management) und wurde im  Januar von VMware übernommen.

Die Bereitstellung von Business-Apps muss erleichtert werden

Neunzig Prozent der in der Citrix-Umfrage befragten Personen gaben an, dass E-Mail eine der wichtigsten mobilen Anwendungen ist und dementsprechend von Unternehmen unterstützt werden sollte. Nur eine weitere Kategorie – Business-Apps – hat die 50-Prozent-Marke geknackt. Das Interesse für Produktivitäts-Apps im Business-Einsatz ist also ganz klar da. Allerdings muss sich diese Erkenntnis erst den Weg in hierarchisch höher angesiedelte Gefilde bahnen.

Wenn Enterprise Mobility sein Versprechen einhalten soll, dann muss sich zwingend die Anzahl der in Unternehmen tatsächlich eingesetzten Apps erhöhen. Daher versuchen Anbieter derzeit, es Unternehmen aller Größe so einfach wie möglich zu machen, sichere mobile Apps zu kaufen, zu erstellen oder bereitzustellen.

Volumenlizenzkunden von Apple war das Verteilen von Business-Apps an Angestellte zum Beispiel bis vor kurzem nur möglich, indem sie Gutschein-Codes für den App Store gekauft und diese an ihre Mitarbeiter verteilt haben. Diese mussten die Codes dann mit der eigenen, meist wohl privaten Apple ID einlösen und konnten erst dann die entsprechenden Apps auf die eigenen iPhones und iPads herunterladen. In diesem Fall sind dann natürlich auch die Angestellten die rechtmäßigen Eigentümer der entsprechenden, eigentlich vom Unternehmen bereitgestellten Business-Apps.

Apple hat kürzlich Änderungen an seinem Volumenlizenzprogramm vorgenommen, so dass jetzt auch IT-Abteilungen Apps kaufen und diese direkt auf die iPhones und iPads der Anwender ausrollen können. So bleibt auch das Unternehmen Eigentümer der Business-Apps und kann diese auf andere Geräte übertragen oder ganz löschen, wenn zum Beispiel ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt.

Andere Anbieter wie zum Beispiel VMware und Citrix bieten Unternehmen die Möglichkeit zur Einrichtung eines Enterprise-App-Stores, sichere Web-Browser und Virtualisierung für Desktops und Applikationen an. Damit ist der Grundstein gelegt, um Business-Apps an mobilen Anwender zu verteilen.

Dazu kommt, dass In-House-Entwicklung von Business-Apps inzwischen eine kleinere Hürde ist als in den vergangenen Jahren. Die Marktforscher um Gartner jedenfalls sagen voraus, dass HTML5 durch die zunehmend bessere JavaScript-Performance noch in diesem Jahr den großen Durchbruch als Entwicklungs-Plattform schaffen wird und damit zum Mainstream avanciert. Damit lassen sich Business-Apps erstellen, die auf jedem Gerät mit einem modernen Web-Browser laufen.

Mehr und mehr Entwickler-Plattformen für Apps haben sich inzwischen das Ziel gesetzt, Enterprise-Entwicklern das Leben zu erleichtern. Mithilfe des kürzlich aktualisierten Shared Services Framework von Good Technology beispielsweise können Entwickler herkömmliche Business- und Enterprise-Funktionen serverbasiert bereitstellen. Sollte ein Unternehmen zum Beispiel drei Apps erstellen, die alle auf das Kalender-System des Unternehmens zugreifen müssen, dann kann die IT-Abteilung einen serverbasierten Kalender-Service anbieten. Die individuellen App-Entwickler verweisen dann einfach auf diesen Dienst und müssen die Kalender-Funktion nicht drei Mal von Grund auf neu entwickeln.

Betrachtet man Enterprise Mobility und Business-Apps als großes Ganzes, dann wird schnell deutlich: Mobile Business-Apps befinden sich noch lange nicht an dem Punkt, an dem sie alle Ansprüche der Anwender befriedigen könnten. Es gibt eben doch (noch) nicht für Alles eine App.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2014 aktualisiert

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Vielen Dank für diesen guten Beitrag. Hier wird sehr auf Punkte eingegangen, die oftmals nicht bedacht werden von Unternehmen.
Wir haben uns vor kurzer Zeit auch mit Business-Apps beschäftigt und dabei untersucht, welche unterschiedlichen Strategien für Unternehmen in Frage kommen, um Business-Apps zu integrieren.

Herausgekommen ist dabei, dass Unternehmen vor allem zwischen standarisierten Apps aus dem App-Store, individualisierbaren aus einem Baukasten-System und völlig individuellen Apps entscheiden können.
In einem Ratgeber haben wir Vor- und Nachteile genauer analysiert und zusammengefasst.
Mehr dazu finden ihr unter: http://www.flyacts.com/ratgeber-business-apps-3-strategien-fuer-unternehmen
Schauen sie doch mal darüber.
Ich freue mich sehr über Feedback und hoffe, dass der Ratgeber als Erweiterung zum Artikel dienen kann.

Beste Grüße
Johanna Gaßmann
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