DNS in der Cloud: Der Weg des Internets führt durch die Datenwolke

Das Domain Name System ist zentraler Bestandteil bei der Performance-Optimierung von Webseiten. Die Cloud macht hier vieles einfacher.

Wer eine Website betreibt, braucht schnelle DNS-Server (Domain Name Server). Untermehmen mit eigenen Netzwerken benötigen sichere DNS-Server, Service-Provider vor allem zuverlässige – kurz, das Internet ohne schnelles, sicheres und belastbares DNS ist alles andere als himmlisch. Die Cloud kann hier aushelfen und Webseiten sowie Online-Dienste stets erreichbar halten.

Paul Heywood, Managing
Director EMEA, Dyn

Woher die Inhalte für Webseiten auch stammen – sei es von einem Server im Unternehmen oder im Rechenzentrum, aus Content-Delivery-Netzwerken oder aus der Cloud selbst – eines ist klar: die Inhalte müssen schnell und zuverlässig zur Verfügung gestellt werden. Dafür sorgt das Domain Name System, indem es alle Quellen zugleich anzapft und die Inhalte fließen lässt.

Kommen die Inhalte nicht schnell genug an, steigt die Ladezeit. Online-Dienste sorgen sich zurecht um Kunden und Nutzer, die bei zu langer Wartezeit abspringen. Für den Nutzer ist es dabei egal, ob die Wartezeiten durch Hardwareprobleme, Netzwerkausfälle oder eine falsche Konfiguration entstanden sind.

Unternehmen können DNS-Angebote aber auch von spezialisierten Anbietern beziehen, die sich darauf einstellen, auch bei den genannten Herausforderungen zuverlässige Verbindungen zu liefern.

Ihre Netzwerke bestehen deswegen aus hochverfügbaren Rechenzentren, die mit redundanten Serverkonfigurationen arbeiten und zudem geografisch breit gestreut sind.

Anycast Addressing: Sicherheit dank Konfiguration

Neben Hardware- und Netzwerkproblemen sind schlechte Konfigurationen ein großes Risiko für DNS-Systeme. Hier sind selbst kleine Details wichtig und können im schlimmsten Fall zu Betriebsausfällen führen, wenn die Internet Performance zu sehr leidet. Gerade zur Abwehr von Angriffen ist die Konfiguration essentiell. DNS-Spezialisten beschäftigen sich daher mit den neusten Entwicklungen auf diesem Gebiet.

Um DoS- (Denial of Service) oder DDoS-Angriffen (Distributed Denial of Service) gegen physische Server oder virtuelle Maschinen zu begegnen, bietet sich etwa Anycast Adressing an. Die Server selbst können somit nicht gezielt angegriffen werden, da ihre Adressen verborgen bleiben. Erfolgt dennoch ein Angriff, wird die Last über viele verschiedene Ressourcen verteilt und die Attacke verläuft im Sande. Doch ein weltweites DNS-Anycast-Netzwerk will aufgebaut und gewartet werden. Unternehmen, denen nicht die technischen und finanziellen Mittel hierfür zur Verfügung stehen, können auf Cloud-DNS-Netzwerke zurückgreifen.

Die Cloud spart Ressourcen – auch beim Thema DNS

Wer seine DNS-Infrastruktur in die Cloud auslagert, profitiert von einer umfassenden, sofort einsetzbaren Struktur, die leicht zu skalieren ist. Dies kann auch im Alltagsgeschäft durchaus von Nutzen sein, ihren besonderen Reiz zeigt die Flexibilität der Cloud jedoch unter erschwerten Bedingungen wie bei Unternehmensfusionen oder Zukäufen. Plötzlich müssen zwei oder mehr DNS-Systeme integriert werden, eventuell mit neuer, zusätzlicher Hardware. Unternehmen haben im Falle einer Fusion auf IT-Seite viel zu tun und gewinnen daher wichtigen Freiraum, indem sie eigene Ressourcen sparen und die DNS in die Cloud auslagern.

Schnelle Umleitungen: Load Balancing

Neben der Infrastruktur gibt es weitere DNS-Services, die spezialisierte Anbieter nutzen, um die Erreichbarkeit der Inhalte im Internet zu garantieren und die Performance zu verbessern.

Ausfälle etwa lassen sich extrem minimieren, indem im Falle der Nichterreichbarkeit eines Endpunktes – also eines Rechenzentrums oder eines Content Delivery Networks – automatisch der Traffic zu einem anderen Endpunkt umgeleitet wird. Auch lässt sich das Netzwerk so schneller reparieren und automatisieren, manuell muss nicht mehr eingegriffen werden.

Eine weitere Funktion ist Ratio Load Balancing, also Lastenverteilung, die Anfragen nach einem festgelegten Verhältnis auf vorab definierte Endpunkte verteilt, um die Infrastruktur bestmöglich zu nutzen und die Ladezeiten so gering wie möglich zu halten. Ähnlich wie die allgemeine Lastenverteilung funktioniert Geolocation Load Balancing, das regional für die beste Performance sorgt: Es leitet DNS-Anfragen länderspezifisch weiter und kann somit auch dabei helfen, rechtliche Vorgaben auf nationaler Ebene zu erfüllen, beispielsweise die ausschließliche Nutzung von Rechenzentren in einem bestimmten Land.

Cloud-DNS und der Nutzen für Unternehmen und Service Provider

Eine DNS aus der Cloud kann Unternehmen und Service-Providern gleichermaßen nutzen. So lassen sich nicht nur Ausgaben und Risiken vermeiden, weil auf bestehende Infrastruktur zurückgegriffen werden kann, sondern zusätzlich lassen sich auch bei Betriebskosten und bei der Netzwerkverwaltung sparen, während man trotzdem ein sehr leistungsstarkes und spezialisiertes Netz zur Verfügung hat. Im Problemfall sorgen Cloud-Anbieter mit ihrem Spezialwissen zudem für eine schnelle Lösung, so dass der DNS-Traffic immer fließt.

Über den Autor:
Paul Heywood ist Managing Director EMEA bei Dyn.

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Artikel wurde zuletzt im September 2015 aktualisiert

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