Cisco ACI: Durch SDN verschiebt sich die Definition von Intelligent Networks

Geht Cisco die SDN-Strategie richtig an? Unser Autor wirft einen Blick auf die ACI-Lösungen und zeigt, wo die Herausforderungen liegen.

Keith Townsend

Jahrelang hat Cisco versucht, uns die Idee nahezubringen, dass ihre Produkte mehr können also nur reine Bit-Pipelines für Daten und Apps zu sein. Cisco nannte diese zusätzlichen Funktionen „Intelligent Network“. Kurz gesagt, intelligente Netzwerke können eigene Entscheidungen treffen und Dienstleistungen abhängig von den transportierten Daten anbieten.

Einige Blogger, darunter ein Cisco-Konkurrent, diskutieren darüber, wie die Funktionen der Intelligent Networks zu virtualisierten Netzwerken passt. Ich selbst frage mich, ob die Applikations-zentrische Infrastruktur und das Software-defined Networking (SDN) des Herstellers nur ein neuer Aufguss der gleichen Technik sind? Und ob diese Funktionen helfen, jemals das Stigma der Firma loszuwerden, die „Kisten“ liefert, die nur richtig schnelle Daten-Pipelines zur Verfügung stellen?

Lektionen, wie Unternehmen Systeme aktualisieren

Während meiner Zeit als Enterprise-Architekt lernte ich wertvolle Lektionen darüber, wie Unternehmen neue Produkte für ihr Netzwerk einkaufen. Einfach gesagt: Der amtierende Netzwerkanbieter kommt zu einem Meeting und zeigt die Roadmap mit neuen Funktionen, die demnächst in den Produkten auftauchen werden. Das Netzwerk-Team fragt den Hersteller dann, welche Box die Box ersetzen wird, die am Ende ihres Lebenszyklus angekommen ist. Sie integriert diese Box ins Budget und kauft die nächste Generation.

Dieser Ansatz ist verlockend, vor allem wenn man aktuell ein stabiles Netzwerk hat und mit den Herstellern zufrieden ist. Wenn Sie beispielsweise das aktuelle Cisco-Modell 5000 mit der nächsten Version 5500 ersetzen, wird wahrscheinlich weder ihr Netzwerk-Design noch die -Stabilität beeinflusst. Als Cisco seine Nexus-Serie ausrollte, sorgte das Unternehmen dafür, dass die virtuellen Router der Catalyst-Serie ähneln: Wenn Sie einen Catalyst 6500 im Einsatz hatten, fallen Sie irgendwo zwischen Nexus 5000 und Nexus 7000, wenn Sie diesen ersetzen wollen. Dieser Ansatz schafft aber ein Problem wenn Sie SDN ausrollen möchten – sogar wenn Sie Ciscos ACI einsetzen wollen.

Eine der immer wiederkehrenden Herausforderung beim Vermarkten von intelligenten Netzwerkkonzepten ist, dass nicht nur das Netzwerk Team überzeugt werden muss. Und diese Teams sind auch nicht immer der beste Botschafter für die Produkte. Intelligente Netzwerke und SDN sind nicht nur Techniken, sondern ermöglichen neue Dienstleistungen – diese betreffen aber oft unterschiedliche Bereiche des Unternehmens. Netzwerkhersteller können nicht einfach in das Büro des Netzwerk-Managers gehen und sagen „Hey, lassen Sie ihre Entwickler neue Apps auf Basis dieser Schnittstellen unserer Produkte schreiben“, die Geschäftsbeziehungen funktionieren so einfach nicht. Es sind die gleichen Herausforderungen, auf die das Netzwerk Team trifft, wenn es Applikationsverhalten statt Applikationen auf dem Netzwerk-Level kontrollieren will. Es gibt selten ein Produkt, das ein ganzes Unternehmen dazu bringt, sein Service Model neu zu überdenken. Diese Änderungen werden oftmals aus reiner Geschäftsnotwendigkeit getrieben.

Software-Hersteller treffen auf die gleiche Herausforderung

Diese Herausforderungen treffen auch für die Hersteller von Software-Produkten zu, obwohl diese eigentlich durch eine andere Tür kommen. VMware beispielsweise hat eine gute Verbindung zu Teams, welche die Server betreiben. Will der Konzern aber seine NSX-Lösung nur über diese Teams vertreiben, dann hat VMware eine schwierige Aufgabe vor sich. Software-Hersteller müssen also auch die Aufmerksamkeit der Netzwerk-Manager haben, um ihre Produkte entsprechend verkaufen zu können.

Von diesen Marketing-Maßnahmen abgesehen sehe ich kein wirkliches technisches Problem mit Ciscos ACI-Strategie. Cisco baut ordentliche Produkte und bislang wurde wohl niemand gefeuert, weil er diese gekauft hat. Aus meiner Sicht ist die Herausforderung für den Hersteller, dass er andere Käufer von den ACI-Produkten überzeugen muss, als seine bisherige Kernzielgruppe.

Artikel wurde zuletzt im November 2013 aktualisiert

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