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Auf diese Trends sollten Netzwerk-Experten 2016 achten

Vergangenes Jahr machten Firmen mit neuen IT-Ansätzen Furore. Um 2016 vorne mitzuspielen, sollten sich Service Provider auf diese Trends einstellen.

Im vergangenen Jahr machten Unternehmen mit einem Web-Scale-IT-Ansatz Furore. Ihre Anwendungen und Dienste erreichen durch hochskalierbare Servertechnologie eine noch nie dagewesene Anzahl an Nutzern und Kunden. Damit hat sich wieder einmal die alte Weisheit bewährt: Nichts ist so beständig wie der Wandel. Um 2016 auch vorne mitzuspielen, sollten sich Service Provider auf die folgenden drei Trends einstellen.

Videokonsum und mobile App-Nutzung steigen weiter an. Statista zufolge sind mehr als 3,5 Millionen Apps verfügbar, während die Downloads von Anwendungen in die hundert Milliarden gehen.

Energie erneuern

Das riesige Datenaufkommen führt jedoch auch zu einer großen Belastung der darunterliegenden Infrastruktur. Um es überhaupt zu bewältigen, sind Netzwerke mit hoher Kapazität und niedriger Latenz notwendig, die darüber hinaus reibungslos miteinander kommunizieren. Erst unter diesen Voraussetzungen lassen sich Inhalte unterbrechungsfrei im Netzwerk bis hin zum Anwender transportieren. 2016 werden die Anforderungen an Bandbreite und Skalierbarkeit von Netzwerken weiter steigen. Das wiederum erfordert ein Umdenken bei Anbietern, wie sie IT-Architekturen konzipieren und sie in die Realität umsetzen.

Der steigende Datenverkehr verbraucht noch mehr Strom: Deshalb rückt die Energieeffizienz beim Ausbau der Rechenzentren weiter in den Fokus. Im neuen Jahr werden Hersteller zunehmend DCI-Architekturen (Data-Center-Interconnect) für Rechenzentren individuell gestalten sowie vermehrt erneuerbare Energien für die Stromversorgung nutzen. Um Netzwerke besser skalieren zu können und die Energieverbrauchsziele pro Port oder pro Gigabyte für 2016 zu erreichen, werden Provider verstärkt auf DCI-Technologien wie Ethernet zurückgreifen.

Netzwerk Business Trends

Bei den großen Unternehmensfusionen 2015 ging es darum, die eigenen Angebote zu ergänzen und damit die Kundenbasis zu verbreitern sowie Kunden aus anderen Branchen zu gewinnen. Mit mehr als 150 Service Providern wird vor allem Europa im Mittelpunkt neuer Übernahmeschlachten stehen. Für Unternehmen ergeben sich dabei Chancen, ihre Kräfte zu vereinen.

Auf wirtschaftspolitischer Ebene zielt die EU-Initiative Digital Single Market auf eine Vereinheitlichung der einzelnen Telekommunikationsmärkte ab. Dadurch soll es in Zukunft möglich sein, dass Privatleute und Unternehmen EU-weit auf verschiedenste Online- und Telekommunikationsdienste zugreifen können, ohne für zusätzliche Kosten aufkommen zu müssen. Erst im Sommer 2015 haben sich Vertreter der EU-Staaten auf eine Abschaffung der Roaming-Gebühren geeinigt. Die Vereinheitlichung der einzelnen Märkte schreitet weiter voran. Sie wird sowohl die Zusammenarbeit als auch Partnerschaften im Telekommunikationssektor fördern.

Neue Bezahlmodelle halten Einzug

173 Millionen Terabyte: So hoch wird das mobile Datenaufkommen für 2018 geschätzt. Service Provider werden flexiblere Service-Konzepte anbieten müssen, um auf schwankende Netzwerkauslastungen reagieren zu können. Außerdem müssen sie die Erwartungen ihrer  Geschäfts- und Privatkunden erfüllen.

„Im neuen Jahr werden Hersteller zunehmend DCI-Architekturen für Rechenzentren individuell gestalten sowie vermehrt erneuerbare Energien für die Stromversorgung nutzen.“

Joe Marsella, Chief Technology Officer EMEA, Ciena

Unbegrenzte Datentarife werden jedoch zunehmend untragbar und lassen sich mit einer effektiven Kapazitätsplanung nicht vereinbaren. Software-defined Networking (SDN) und Network Functions Virtualization (NFV) werden alternative Ansätze bieten: So zum Beispiel Pay-as-you-earn (PAYE) -Modelle. Diese basieren auf der tatsächlichen Nutzung von Netzwerkressourcen. Anwender bezahlen dadurch keine Pufferkapazitäten, die sie fast nie abrufen. Kunden nutzen in der Regel nur 20 bis 70 Prozent der Netzwerkkapazität.

PAYE erlaubt Service Providern, ihre Produktportfolios zu diversifizieren und Lastspitzen besser abzufedern. Außerdem können sie dadurch Services noch individueller zur Verfügung stellen. Beispiele dafür sind besser zugeschnittene Pakete und höhere SLAs wie verstärkter Schutz und größere Backup-Kapazität, oder Big-Data-Analysen für eine passgenaue Netzwerkoptimierung.

Viele der modernen Cloud-Anwendungen beeinflussen nicht nur unseren Lebens- und Arbeitsstil. Sie stellen auch regelmäßig neue Anforderungen an die zugrundeliegende Infrastruktur. Daher sollten Netzwerke so konzipiert sein, dass sie sich weit skalieren lassen und von technischen Neuerungen jederzeit profitieren können.

Über den Autor:
Joe Marsella ist Chief Technology Officer EMEA bei Ciena.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2016 aktualisiert

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