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VDI: Netzwerk-Latenz minimieren und für virtuelle Desktops optimieren

Für niedrige Latenzen in einer VDI-Umgebung müssen Administratoren das Netzwerk überwachen, um die Ursache von Problemen identifizieren zu können.

Latenzen im Netzwerk einer VDI-Umgebung können massive Probleme für Anwender virtueller Desktops verursachen. Die IT-Abteilung muss die besten Möglichkeiten finden, um ein optimales Nutzererlebnis zu gewährleisten, andernfalls muss sie mit den Folgen leben.

In extremen Fällen verhindern Latenzen, dass die Anwender tippen können. In einem solchen Szenario würde jeder Tastaturanschlag mehrere Sekunden brauchen, bis sich die Änderungen im virtuellen Desktop zeigen.

Auch in weniger extremen Fällen hat die Latenz einen direkten Einfluss auf das Nutzererlebnis. Ist ein Großteil der Anwender nicht zufrieden, dann kann sich das negativ auf den kompletten Einsatz oder die Akzeptanz von VDI auswirken.

Konzentration auf das Wesentliche

Wollen Netzwerk-Administratoren der Latenz Herr werden, dann müssen Sie sich auf das konzentrieren, was sie kontrollieren können. Es gibt sehr viele Gründe, die Latenz verursachen und über die Netzwerk-Administratoren keine Kontrolle haben. Stellen Sie sich vor, dass ein Mitarbeiter im Pausenraum mit einem Notebook arbeitet. Alles funktioniert hervorragend, bis jemand die Mikrowelle benutzt. Die Mikrowelle beeinflusst das WLAN-Signal negativ. Deshalb treten Paketverluste auf und es kommt zu Latenz. In so einem Fall kann die IT-Abteilung wenig ausrichten.

Latenz kann auch für Mitarbeiter ein Problem sein, die über ein öffentliches Netzwerk auf ihre virtuellen Desktops zugreifen. Die Internetverbindung des Nutzers ist möglicherweise langsam. Aus diesem Grund ist die Performance von VDI eher mäßig, selbst wenn die VDI-Umgebung eigentlich perfekt funktioniert. Administratoren können sich helfen, indem Sie den Anwendern kommunizieren, dass sich die Latenz in diesem Fall außerhalb ihrer Kontrolle befindet. Weiterhin können Sie den Mitarbeitern Best Practices mitteilen, damit sie auf gute Netzwerkverbindungen achten. Die IT-Abteilung selbst sollte sich darauf konzentrieren, die Performance der virtuellen Desktops zu optimieren.

Vergessen Sie nie, dass sich Latenzprobleme im Netzwerk nicht komplett kontrollieren lassen. Es gibt allerdings diverse Empfehlungen für ein bestmögliches VDI-Nutzererlebnis, an die sich Administratoren halten können.

Wie die IT-Abteilung Latenzen bekämpfen kann

Zunächst einmal muss die IT-Abteilung definieren, was eine normale oder akzeptable Latenz in der VDI-Umgebung ist. Das variiert je nach Unternehmen stark. Die Anbieter von VDI geben in der Regel Empfehlungen für die Bandbreite. VMware schlägt zum Beispiel zwischen 100 und 150 Kbps für reguläre Anwender von Horizon View vor. Das sind Nutzer, die nicht mit Video oder 3D-Grafik zu tun haben.

Nachdem Sie eine akzeptable Latenz definiert haben, ist das Performance Monitoring des Netzwerks entscheidend. Performance Monitoring Tools sind für die Fehlersuche und Fehlerbeseitigung (Troubleshooting) nützlich, aber auch für die Bestimmung der langfristigen Trends. Die anfänglichen Aufzeichnungen der IT lassen sich zu Benchmark-Zwecken mit zukünftigen Metriken vergleichen. Stellt ein Administrator eine schleichende Latenz fest, dann kann er dem Netzwerk rechtzeitig zusätzliche Kapazitäten spendieren. So wird die Latenz nicht zu einem Problem.

Das Monitoring der Netzwerk-Performance hilft der IT-Abteilung außerdem, die Quelle der Latenz ausfindig zu machen. Nur wenn Sie der Ursache des Problems auf den Grund gehen, dann lässt sich Latenz bei VDI entsprechend adressieren. Aus diesem Grund müssen die Administratoren wissen, wo sich der Flaschenhals befindet. Möglicherweise ist das Problem mit der Latenz nicht mit einem speziellen Segment im Netzwerk oder mit der Storage-Infrastruktur verbunden. Auf jeden Fall hilft Monitoring der IT-Abteilung, die Quelle des Problems ausfindig zu machen. Außerdem lassen sich so Beweise dokumentieren, sollten Sie das Management um Mittel für die Behebung fragen müssen.

Nutzen Sie existierende Ressourcen

Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Vermeidung von VDI-Latenzen ist, existierende Ressourcen im Data Center besser zu nutzen. Zum Beispiel könnte die IT-Abteilung ein Tool für Quality of Service (QoS) implementieren, um damit das Nutzererlebnis bei VDI zu verbessern. Mithilfe so eines QoS-Tools können Administratoren gewisse Bandbreiten im Netzwerk für einen bestimmten Zweck reservieren. Ein mögliches Beispiel ist Traffic für Microsoft RDP (Remote Desktop Protocol). Auch wenn das QoS-Tool die verfügbare Bandbreite nicht erhöht, können Administratoren damit Prioritäten setzen. So hat der Traffic Vorrang, der am wichtigsten ist.

Weiterhin können Administratoren die Latenzen bei VDI reduzieren, indem bestimmte Traffic-Typen in dedizierte Netzwerksegmente verlegt werden. Damit sind zum Beispiel Cluster-Kommunikation oder Datenverkehr für Replikation gemeint. Damit den VDI-Servern mehr Bandbreite zur Verfügung steht, ist auch der Einsatz von Load Balancing (NIC-Teaming) denkbar.

Die IT-Abteilung sollte außerdem überprüfen, ob sich Funktionen der Virtualisierungs-Software für die Verbesserung des Nutzererlebnisses verwenden lassen. Citrix XenApp und XenDesktop verfügen zum Beispiel über eine Funktion, die sich SpeedScreen Latency Reduction (SLR) nennt. Damit wird lokal ein Echo des getippten Zeichens erzeugt, bevor der Tastaturanschlag zum Server übertragen wird. Damit sind Maus und Tastatur in den virtuellen Desktops wesentlich reaktionsfreudiger. Die SLR-Funktion zeigt mit einer Sanduhr, wenn der Server den Klick noch nicht registriert hat. Somit wird verhindert, dass der Anwender den Mausklick mehrmals probiert. Das könnte zu unerwünschtem Verhalten führen.

Das Lösen von Latenz-Problemen in VDI-Umgebungen ist selten ein einfacher Vorgang. Es gibt aber viele Tools, die die IT-Abteilung dabei unterstützen können. Der erste Schritt muss Netzwerk-Monitoring sein, weil Sie damit die Quelle des Problems aufspüren. Nur so können Sie den Missstand dauerhaft in Ordnung bringen.

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2016 aktualisiert

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