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Unverzichtbare Enterprise-Funktionen von Netzwerk-Monitoring-Systemen

Der Kauf von Systemen zur Netzwerküberwachung benötigt einiges an Planung. Erfahren Sie, auf welche Monitoring-Funktionen Sie besonders achten müssen.

Hinweis der Redaktion: Im zweiten Teil unserer dreiteiligen Serie über die Überwachung der Netzwerkverfügbarkeit konzentrieren wir uns auf die essenziellen Funktionen von Netzwerk-Monitoring-Systemen, die jedes Unternehmen benötigt. Teil eins zeigt die Entwicklung von Netzwerk-Monitoring-Tools im Enterprise-Bereich. Teil drei vergleicht die führenden Anbieter auf dem Markt.

Systeme für die Überwachung der Netzwerkverfügbarkeit sind häufig die erste Verteidigungslinie, die Netzwerk-Managern zur Verfügung steht, wenn Anwendungen ausfallen. Schieben sich daraufhin die verschiedenen IT-Teams in der Firma den Schwarzen Peter untereinander zu, kann sich das Netzwerk-Monitoring-System als unverzichtbar erweisen.

Mit dem richtigen System muss es noch nicht einmal zu gegenseitigen Schuldzuweisungen kommen. Wenn das Netzwerk-Monitoring-Tool über gute Funktionen für das Alerting und die Fehlerisolierung verfügt, kann das Netzwerkteam dadurch proaktiv gegen Probleme mit Diensten vorgehen.

Der Markt für Systeme zur Überwachung der Netzwerkverfügbarkeit bietet eine reichhaltige Palette an Tools. Sie reicht von Open-Source-Technologie, die hinsichtlich Funktionalität und Umfang eingeschränkt ist, bis hin zu vielseitigen Unternehmenslösungen von bekannten IT-Management-Anbietern wie IBM und HP Enterprise. Wenn es um die Auswahl eines Monitoring-Systems geht, muss das für die Anschaffung zuständige Team die Anforderungen des Unternehmens mit den Funktionen der diversen Netzwerk-Monitoring-Produkte, die derzeit erhältlich sind, in Übereinstimmung bringen.

Wenn Sie eine Anbieterausschreibung erstellen, gilt es, ein paar wesentliche Dinge zu berücksichtigen: einfache Bereitstellung, Benutzerfreundlichkeit, Kompatibilität mit der bestehenden Infrastruktur, Skalierbarkeit und Optionen für die Integration in eine größere Gruppe von IT-Management-Tools.

Bereitstellungsmodell

Wenn man sich einmal vergegenwärtigt, wie ein Monitoring-System zur Netzwerkverfügbarkeit bereitgestellt wird, betrifft die erste Frage mögliche Lizenzierungsmodelle. Die Anbieter verfolgen hierbei höchst unterschiedliche Ansätze. Einige verkaufen einzelne Lizenzen für unterschiedliche Arten von Monitoring-Funktionen, während andere die Kosten anhand der Anzahl der Geräte oder der logischen Objekte, die ein Unternehmen verwalten will, berechnen. Prüfen Sie diesen Punkt akribisch genau, um zu sehen, wie teuer das System und wie komplex dessen Verwaltung ist.

Der nächste Aspekt ist das eigentliche Bereitstellungsmodell. Das Beschaffungsteam sollte herausfinden, ob der Anbieter Best-Practice-Richtlinien für die Konfiguration seines Systems zur Verfügung stellt. Darüber hinaus werden einige Monitoring-Systeme als einzelnes Softwarepaket bereitgestellt. Andere wiederum erfordern separate Installationen für jede Komponente, einschließlich der Datenbank, der Polling-Engine, der Analytics-Engine und der Front-End-Konsole. Anbieter, die eine Bereitstellung mit mehreren Komponenten vorsehen, machen das in der Regel, um ihren Kunden eine maximale Skalierbarkeit und Flexibilität zu ermöglichen. Diese Herangehensweise erhöht jedoch gleichzeitigt die Komplexität, was nicht von allen Unternehmen gewünscht wird.

Einfache Bedienbarkeit

Ein Beschaffungsteam geht womöglich von der Annahme aus, dass allein der Bedarf nach einem System für die Überwachung der Netzwerkverfügbarkeit garantiert, dass die von ihm ausgewählte Lösung auch produktiv eingesetzt wird. Das stimmt aber nicht immer. Eine Untersuchung von Enterprise Management Associates zeigt die starke Verbreitung von Shelfware in Firmen. Darunter versteht man Tools, die ein beträchtliches Maß an Zeit und Geld für den Kauf und die Installation kosten – aber nie genutzt werden.

Die Management-Konsole ist eine der wichtigsten Funktionen von Netzwerk-Monitoring-Systemen, die das Netzwerkteam unter die Lupe nehmen sollte. Ergeben die Diagramme und Grafiken, die das System anzeigt, einen logischen Sinn für den typischen User? Sind die Befehle intuitiv genug? Wie viel Training ist notwendig, um das System zu beherrschen? In diesem Zusammenhang hilft eine Proof-of-Concept-Evaluierung, bei der Netzwerk-Management-Mitarbeiter mit dem System interagieren, um sicherzustellen, dass die Lösung akzeptiert wird und einen Mehrwert für die Firma bietet.

Kompatibilität mit vorhandener Netzwerk-Infrastruktur

Viele Unternehmen nutzen nicht nur einen Anbieter. So haben sie etwa einen oder zwei Anbieter von Switches und einen weiteren, der sie mit Edge-Routern versorgt. Und noch ein anderer Anbieter liefert die Infrastruktur für das WLAN. Beim Bewerten von Netzwerk-Monitoring-Systemen muss das Evaluierungsteam herausfinden, welche Anbieter und Plattformen das Tool unterstützt.

Dieser Evaluierungsprozess ist nicht unbedingt auf die Netzwerk-Infrastruktur begrenzt. Viele Unternehmen überwachen ihre Server und Storage-Lösungen ebenfalls mit diesen Systemen. Bei der Untersuchung, welche Anbieter und welche Geräte ein Management-System überwachen kann, muss das Beschaffungsteam die Technologietypen gründlich betrachten, die verwaltet werden sollen. Das schließt Virtualisierungs-Technologien und Cloud-Dienste mit ein.

Skalierbarkeit des Systems

Systeme für die Überwachung der Netzwerkverfügbarkeit variieren erheblich bezüglich der Größe der Netzwerke, die sie verwalten können. Während einige Anbieter in der Lage sind, Hunderte von Geräten zu überwachen, können andere wiederum Zehntausende überwachen. Zudem gibt es Systeme, die nur einen einzigen Standort überwachen können, und solche, die das gesamte Unternehmen abdecken.

Es ist wichtig, festzustellen, welche maximale Größe und welchen Verteilungsgrad ein Netzwerk-Monitoring-System unterstützen kann. Noch relevanter ist, wie der Anbieter diese Skalierbarkeit erreicht. Ein Anbieter nutzt zum Beispiel einen einzigen Server, um ein großes verteiltes Netzwerk mit Tausenden von Geräten zu überwachen. Andere hingegen stellen mehrere Server an verschiedenen Stellen im Unternehmen bereit und verbinden sie über eine Front-End-Konsole. Diese Varianten beeinflussen die Benutzerfreundlichkeit und Komplexität des Systems.

Interoperabilität

Höchstwahrscheinlich ist das Netzwerk-Monitoring-System Teil einer umfangreicheren IT-Management-Lösung. Das Beschaffungsteam sollte evaluieren, ob das Unternehmen Wert auf die Integration in andere Management-Produkte legt. Beispielsweise könnten die Netzwerktechniker das Monitoring-System verwenden, um das Netzwerk zu überwachen und zu verwalten, während das Team für den Netzwerkbetrieb ein Service-Assurance-System auf einer höheren Ebene nutzt. Die Integrationsfähigkeit der beiden Lösungen entscheidet über die Interoperabilität.

Zu den weiteren potenziellen Funktionen von Netzwerk-Monitoring-Systemen zählen das Netzwerk-Performance-Management, die Log-Analyse, das Anwendungs-Performance-Management, Network Change and Configuration Management (NCCM) und vieles mehr. Viele Anbieter von Netzwerk-Monitoring-Produkten haben eine breite Palette an IT-Management-Tools zur Auswahl, die sich untereinander abgestuft integrieren lassen. Für die Integration in Plattformen von Drittanbietern sollte das Beschaffungsteam allerdings das Technologiepartner-Ökosystem der Anbieter evaluieren sowie die Zertifizierungstypen und Formen des gemeinsamen Supports überprüfen, die Bestandteil dieser Integrationslösungen sind.

Fazit

Jede der oben genannten Funktionen von Netzwerk-Monitoring-Systemen sollte den Rahmen für die Anbieterausschreibung bilden und so als Basis für die Anschaffung eines Systems zur Überwachung der Netzwerkverfügbarkeit dienen. Bei den auf dem Markt erhältlichen Lösungen gibt es beträchtliche Unterschiede, und viele Anbieter versprechen mehr, als sie halten können. Es ist wichtig, dass das Netzwerkteam sich über die Anforderungen an ein Monitoring-System vollständig im Klaren ist und diese Anforderungen den Funktionen der evaluierten Produkte zuordnet. Das Beschaffungsteam sollte Antworten auf alle offenen Fragen finden und die Antworten bei einer Produktevaluierung ausgiebig testen, bevor es sich auf irgendein Produkt festlegt.

Welche Monitoring-Funktionalität bietet das System?

Moderne Netzwerk-Monitoring-Systeme stellen eine Konsolidierung von mehreren Netzwerk-Monitoring-Funktionen dar, für die Netzwerk-Manager sonst auf diverse einzelne Tools zurückgreifen. Ausgehend von dieser Tatsache, bieten Systeme für die Überwachung der Netzwerkverfügbarkeit eine Vielzahl von Funktionen. Die Beschaffungsteams sollten feststellen, welche der folgenden Hauptfunktionen sie benötigen und wie gut jedes Monitoring-System diese Funktionen beherrscht.

  • Erkennung: Netzwerke sind komplex und entwickeln sich im Laufe der Zeit weiter. Selbst in einem gut dokumentierten Netzwerk gibt es einige unbekannte Geräte. Monitoring-Systeme nutzen verschiedene Methoden, um Geräte im Netzwerk automatisch zu erkennen und sie zu verwalten. Überdies unterscheiden sich Monitoring-Systeme bei der Anzahl der Gerätetypen, die sie erkennen können. Zum Beispiel sind einige Systeme in der Lage, IPv4-Geräte zu entdecken, scheitern aber an IPv6-Geräten.
  • Alarmmeldungen und Reporting: Dies ist die kritischste Funktion bei Systemen zur Netzwerküberwachung. In dem Punkt unterscheiden sich auch viele Anbieter. Angesichts der Vielzahl an Wechselwirkungen in einem Netzwerk kann ein Alarm für ein Gerät weitere Alarme für Dutzende oder gar Hunderte von Geräten auslösen, was zu einer gewissen Abstumpfung führt, der sogenannten Alarmmüdigkeit. Produkte, die Wechselwirkungen analysieren und bestimmte Alarme unterdrücken oder priorisieren, können bewirken, dass ein Netzwerk-Management-Team effektiver arbeitet.
  • Fehlerisolierung und Troubleshooting: Während Alarme das Netzwerkteam auf das Vorhandensein eines Problems hinweisen, zeigt die Fehlerisolierung, wo das Problem zu finden ist. Monitoring-Tools untersuchen die Daten, die sie von Geräten erfassen, um diese Informationen dem Benutzer zu präsentieren. Der nächste Schritt besteht darin, die zugrunde liegende Ursache für das Problem an diesem Standort festzustellen, so dass der Fehler behoben werden kann. Die Anbieter unterscheiden sich gravierend in der Art, wie ihre Produkte diese Funktionen durchführen.
  • Inventarisierungs- und Asset-Management: Die Erkennungsfähigkeiten eines Netzwerk-Monitoring-Systems lassen sich erweitern, um auch Funktionen für das Asset-Management zu übernehmen. Dieses System kann man ebenfalls nutzen, um Geräteunterstützung und Verwaltungsaufgaben zu überwachen und zu organisieren.
  • Unterstützung von neuen Technologien: Die Infrastruktur in einem Unternehmen entwickelt sich ständig fort. So führt die IT-Organisation vielleicht Software-defined Networking oder Private-Cloud-Technologien ein. Möglicherweise setzt sie künftig auf Public-Cloud-Dienste oder verwaltet neue Geräte als Teil eines IoT-Projekts (Internet of Things). Wenn solche Änderungen anstehen, sollte das Beschaffungsteam feststellen, ob ein Monitoring-System für die Netzwerkverfügbarkeit das Gesamt-Management dieser neuen Technologien unterstützen kann.

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Artikel wurde zuletzt im März 2016 aktualisiert

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