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Tests von Unternehmensnetzwerken effizient planen

Welche Netzwerkressourcen werden gerade verbraucht? Wie reagiert das Netzwerk bei Fehlern? Netzwerktests unterstützen die Beantwortung dieser Fragen.

IT-Manager und Netzwerkverantwortliche können den täglichen Betrieb und die Planung des Netzwerks effizienter gestalten sowie den Nutzern die bestmögliche Leistung und Erfahrung bieten, wenn sie wissen, wie ein Netzwerk als Ganzes oder einzelne Netzwerksegmente tatsächlich arbeitet(n).

Welche Netzwerkressourcen werden gerade verbraucht? Wie reagiert das Netzwerk bei Fehlern? Netzwerktests unterstützen bei der Beantwortung dieser Fragen, helfen den Netzwerktechnikern bei ihrer täglichen Arbeit und eröffnen gute Geschäftschancen.

Gute Planung

Netzwerk-Experten, die mit einem neuen Kunden arbeiten oder eine neue Stelle in einem Unternehmen antreten, sollten im ersten Schritt Netzwerkdokumentationen wie Diagramme, Tabellen und Gerätekonfigurationen prüfen. Für den Fall, dass im Unternehmen keine oder nur unzureichende Dokumentationen vorhanden sind, sollten sie unbedingt eine neue Bestandsaufnahme und Analyse des Netzwerks starten.

Netzwerktests in Unternehmen sollten immer nach einem methodischen Ansatz erfolgen, um die große Menge an Daten sinnvoll auszuwerten, die während der Analyse und Inventarisierung des Netzwerks anfallen. Den Ausgangspunkt für einen schnellen und effizienten Prozess kann dabei eine Tabelle bilden, in der nur die notwendigsten Informationen erfasst werden. Beispielsweise lassen sich im ersten Schritt die Namen und Positionen der Geräte, Codeversionen, Seriennummern, Uplink-Ports, aktive Routing-Protokolle und Passwörter erfassen. Diese Informationen stehen zwar nicht für den interessantesten Teil des Netzwerks, sind aber für das Netzwerkteam von unschätzbarem Wert, wenn sie an einem zentralen Ort genau dokumentiert sind.

Zudem ist es sehr wichtig, die physische und logische Topologie oder Struktur eines Netzwerks zu verstehen, um im täglichen Betrieb entstehende Probleme schnell lösen zu können. Auf dem Markt gibt es Softwareanwendungen, die Diagramme dynamisch erstellen und nach einem einzigen Scan des Netzwerks wertvolle Analysen liefern. Es ist aber eher unwahrscheinlich, dass ein Unternehmen eine entsprechende Software zur Verfügung stellt, wenn es bislang sein Netzwerk nur unzureichend dokumentiert hat.

Einsatz von bereits vorhandenen Tools

Es gibt gute Software-Tools von Solarwinds, ThousandEyes oder Paessler für umfangreiche Netzwerktests in einer Vielzahl von Preiskategorien. Netzwerktechnikern stehen darüber hinaus auch viele kostenlose und integrierte Tools zur Verfügung.

Ein Beispiel: Ein Unternehmen hat die Cisco Identity Services Engine implementiert. Hier muss ein Ingenieur wissen, welche Switch-Plattformen sich in einem Netzwerk befinden, auf welchem Code sie basieren, welche virtuelle LANs sich im Einsatz befinden und wie sich der Netzwerkverkehr über das WAN zwischen den verschiedenen Niederlassungen und der Zentrale bewegt.

Stehen keine anderen Software-Tools zur Verfügung, kann ein Netzwerktechniker ein Cisco-Netzwerk manuell über das CDP-Protokoll (Cisco Discovery Protocol) nach vorhandenen Nachbarn oder anderen Endgeräten durchsuchen und so langsam eine Topologie des LANs aufbauen. WAN-Datenverkehr lässt sich mit einfachen Befehlen wie traceroute und verschiedenen Show-Befehlen nachvollziehen, um Nachbarn des Enhanced Interior Gateway Routing Protocols und des Border Gateway Protocols zu entdecken. Natürlich kann das sehr lange dauern, vor allem bei größeren Standorten und ohne angemessene Programmierkenntnisse ‑ die Analyse liefert aber ein genaues Bild, wie Zwischenverteiler auf Hauptverteiler verlinken und wie Filialnetze sich über ein WAN verbinden.

Darüber hinaus müssen die Techniker wissen, wie sich der Netzwerkverkehr bei stabilem Netzwerk und im Falle von Fehlern im Netzwerk verhält, da es sonst schwer fällt, die Ursachen für einen Ausfall zu erkennen und neue Technologien zu integrieren. Ein einfaches Beispielsszenario wäre der Fall, warum der ausgehende Verkehr nicht an ISP-B weitergeleitet wurde, wenn der ISP-A ausfiel. Ein Netzwerktechniker, der die Topologie und die Verkehrsflüsse seines Netzwerks sehr gut kennt, würde beispielsweise erstens wissen, dass hier kein Failover konfiguriert wurde, oder zweitens, dass es normalerweise bis zu 30 Sekunden dauert, bis die Übertragung zu ISP-B scheitert. In diesem Fall wäre der kurze Ausfall ein normales Verhalten.

Im Rahmen des Netzwerktests sollten Techniker die Grundlinien der Bandbreitennutzung für WAN-Verbindungen erstellen. Selbst die Basisversion von Solarwinds bietet Analysen des eingehenden und ausgehenden Verkehrs von zwei Cisco ASR-Routern an den WAN-Schnittstellen. Die kostenlose Testversion von Paessler PRTG würde wahrscheinlich ausreichen, um gezielt Daten für eine bestimmte Gruppe von Geräten und Links zu sammeln.

Testen, testen, testen

Die aktuelle Inventartabelle, präzise Diagramme zur Topologie und zum Verkehrsfluss im Netzwerk sowie das grundlegende Verständnis der Grundlinien des Netzwerkverkehrs bilden die Basis für Netzwerktests in verschiedenen Fehlerszenarien. Das ist bei einem Netzwerk im Produktionsbetrieb leichter gesagt als getan; es ist aber nur über die Tests möglich, das Verhalten des Netzwerks wirklich zu verstehen. Verläuft die Routing-Rekonvergenz wie erwartet? Welchen Pfad wählt das Spanning Tree Protocol, wenn ein unternehmenskritischer Switch-Port ausfällt?

Da viele Netzwerk-Experten, IT-Manager und Leiter von Netzwerksbetriebsteams nur schwer ein wirklich tiefes Verständnis des Netzwerks erreichen, sollten sie mit den Grundlagen beginnen und die Inventardaten erfassen. Es gibt keine perfekte und sicherlich keine permanente, fortlaufende Dokumentation. Über ein tiefes Verständnis der Netzwerkkomponenten, der Topologien und der Grundzüge des Netzwerkverkehrs können die Administratoren letztendlich den Verbrauch der Netzwerkressourcen besser einschätzen sowie die bestmögliche Erfahrung für die Endnutzer bieten.

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Artikel wurde zuletzt im April 2016 aktualisiert

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