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Software-defined Branch setzt sich immer stärker durch

Softwarebasierte Technologien können die Vision von Software-defined Branch fördern, etwa zur Konvergenz von Netzwerkelementen. Bis zum Durchbruch dauert es aber noch einige Zeit.

Die softwarebasierte Virtualisierung sorgt für eine Netzwerkabstraktion, mit der sich Netzwerkelemente konvergieren und der Betrieb von Branch-Netzwerken vereinfachen lässt. Auf Grundlage dieser softwarebasierten Technologien kann die Industrie nun langsam damit beginnen, ihre Vision von Software-defined Branch (oder kurz SD-Branch) in die Tat umzusetzen. Eine SD-Branch-Plattform soll über ein zentralisiertes Cloud-Management eine einfache Installation und Netzwerk-Upgrades ermöglichen, die Sicherheit verbessern und die Komplexität des Betriebs reduzieren.

Das Branch- oder Zweigstellen- beziehungsweise Filialnetzwerk ist ein kritischer Teil der IT-Infrastruktur für viele verteilte Organisationen, die über Dutzende, Hunderte oder sogar Tausende unterschiedlicher Standorte verfügen. Es wird immer wichtiger, dass das Netzwerk zuverlässige Verbindungen mit hoher Qualität und geringer Latenz für eine breite Palette von Geräten bereitstellt, einschließlich PCs, Tablets und Smartphones – sowie einer wachsenden Zahl von IoT-Geräten (Internet of Things).

Für die IT ist es eine große Herausforderung, eine höhere Bandbreite zu liefern, um mehr Geräte und Cloud-basierte Anwendungen zu unveränderten oder geringeren Kosten zu unterstützen. Um den Quality of Service (QoS) für Anwendungen zu verbessern und die WAN-Transportkosten zu verringern, evaluieren viele Unternehmen mit verteilten Standorten die SD-WAN-Technologie und stellen sie bereit. SD-WAN ist in der Regel kompatibel mit der vorhandenen Branch-Infrastruktur, inklusive Server- und Storage-Infrastruktur, Wi-Fi, Routern und Firewalls. SD-WAN ist vor allem deshalb so erfolgreich, weil Unternehmen die Technologie nahtlos in ihr Branch-IT-Framework integrieren können.

SD-WAN veranschaulicht die Leistungsstärke von softwarebasiertem Networking, um die Bereitstellung zu vereinfachen, das Management zu zentralisieren und die Netzwerkkosten zu reduzieren, etwa in Form günstigerer WAN-Preise und besserer Performance.

Das Konzept hinter Software-defined Branch

Software-defined Branch wird softwarebasierte Netzwerktechnologien nutzen, die unterschiedliche Netzwerkelemente virtualisieren und von einem Cloud-basierten Management profitieren. SD-Branch-Architekturen könnten überzeugende Vorteile bieten, unter anderem eine effiziente Bandbreitennutzung, verbesserten Anwendungs-QoS und erhöhte Sicherheit. SD-Branch soll unter Verwendung von virtueller Software dedizierte Hardware ersetzen. Ein zentralisiertes Management ermöglicht es den an einem Standort konzentrierten IT-Mitarbeitern, die Zweigstellenstandorte remote über das Netzwerk effizient zu warten, zu sichern und zu aktualisieren.

Die Unterschiede von SD-WAN und Software-defined Branch
Abbildung 1: Die Unterschiede von SD-WAN und Software-defined Branch

Das Konzept von Software-defined Branch beginnt sich erst allmählich durchzusetzen. Dahinter steckt die Idee, dass sich die gesamte Funktionalität von Filialnetzwerken auf einer einzigen Branch-Netzwerkplattform zusammenfassen lässt. In diesem Modell wären die kabelgebundenen und drahtlosen Funktionalitäten in einem einheitlichen und zentralisierten Management-Framework kombiniert. Zu diesen Funktionalitäten zählen:

  • Drahtloses LAN, etwa Wi-Fi;
  • Ethernet-Switching;
  • SD-WAN- und WAN-Optimierung;
  • Routing und virtuelle private Netzwerke; sowie
  • Firewall- und Netzwerksicherheit.

Das Modell ist so ausgelegt, dass IT-Organisationen die entsprechende Software im Zweigstellennetzwerk flexibel bereitstellen und updaten können.

Anbieter von Software-defined Branch

Aufgrund der aktuellen verteilten Funktionalität in Enterprise-Netzwerken, mit einer Vielzahl von speziellen Komponenten an den meisten Zweigstellenstandorten, müssen sich die führenden Technologiefirmen mit der schwierigen Aufgabe einer Migration zu konvergiertem Software-defined Branch auseinandersetzen. SD-Branch-Services sind von folgenden Kandidaten zu erwarten:

  • Unabhängige SD-WAN-Anbieter, zum Beispiel VeloCloud, Versa Networks, CloudGenix, 128 Technology und Cradlepoint;
  • Router-Anbieter, etwa Cisco, Juniper, Nokia und Huawei;
  • Anbieter von Ethernet-Switches, wie Cisco, Hewlett Packard Enterprise und Juniper Networks;
  • Wi-Fi-Spezialisten, unter anderem das von HPE übernommene Unternehmen Aruba Networks, Aerohive Networks, Ruckus Wireless und Xirrus;
  • Anbieter von WAN-Optimierungen, die SD-WAN-Funktionen in ihre Produkte integrieren, beispielsweise Riverbed, Citrix, Silver Peak und Talari; sowie
  • Anbieter von Netzwerk-Security, darunter Check Point Software, Palo Alto Networks und Zscaler.

Natürlich bieten viele der oben genannten Firmen kategorieübergreifende Funktionen an und planen, im Laufe der Zeit neue Funktionalitäten zu ergänzen. Fusionen und Übernahmen können die Anbieterlandschaft ebenfalls verändern.

Migration von SD-WAN zu SD-Branch

Softwarebasierte Netzwerktechnologie steht immer mehr zur Verfügung, so dass die Vision von SD-Branch in greifbare Nähe rückt. Diese Vision, die die SD-WAN-Funktionalität einschließt, konvergiert Netzwerkelemente und sorgt für zentrale Installation, Administration und Management. Die Herausforderung besteht darin, dass die ersten SD-Branch-Architekturen in hohem Maße anbieterspezifisch sein werden. Wenn Sie SD-Branch einführen wollen, müssen Sie infolgedessen alle Elemente von einem Anbieter kaufen, üblicherweise mit nur wenigen Optionen von deren Partnern.

Die Migration zu Software-defined Branch wird nur langsam voranschreiten und höchstwahrscheinlich in Phasen stattfinden.

In der Realität werden wahrscheinlich wenige Organisationen wesentliche Teile ihrer bestehenden Branch-Netzwerke einfach ersetzen. Deshalb dürfte die Migration eher langsam anlaufen, und lediglich ein paar Netzwerkelemente werden auf Softwareplattformen konvergiert, andere hingegen nicht. Dieses Zwischenstadium wird für das IT-Personal, das für den Branch-Betrieb verantwortlich ist, chaotisch und komplex.

Die Popularität von SD-WAN hat die Einsatzmöglichkeiten von softwarebasiertem Networking mit Blick auf intelligente Traffic-Steuerung, einfache Remote-Installation und die Vorteile eines zentralisierten Managements demonstriert. Diese Fähigkeiten lassen sich auf das Konzept von Software-defined Branch erweitern. Bis auf Weiteres befinden sich SD-Branch-Architekturen in den Übergangsphasen zur Entwicklung – vergleichbar mit einem bahnbrechenden Produkt, das zwar in PowerPoint-Präsentationen existiert, aber noch nicht in der Realität.

Unternehmen sollten softwarebasierte Technologien, die als Ausgangspunkte für Software-defined Branch fungieren, sorgfältig prüfen. Diese könnten für ihre Branch-Netzwerke die Komplexität reduzieren, den Betrieb verbessern und die Kosten verringern. Doch diese Technologieführer sollten auch daran denken, dass die Migration zu Software-defined Branch nur langsam voranschreiten und höchstwahrscheinlich in Phasen stattfinden wird.

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Artikel wurde zuletzt im November 2017 aktualisiert

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