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So schaffen Sie in vier Schritten die Basis für die Implementierung von SDN

Software-defined Networking (SDN) gehört klar die Zukunft. Wenn Sie sich jetzt um die Grundlagen kümmern, gelingt die Implementierung problemlos.

Netzwerkexperten sind sich darüber einig, dass SDN die Zukunft für Enterprise-Infrastrukturen ist. Trotzdem sind die meisten IT-Abteilungen in den letzten Jahren vor Software-defined Networking zurückgeschreckt. Der Grund für das Zögern liegt in der Annahme, dass die SDN-Implementierung heute noch keine ausreichenden Vorteile bietet, wenn man den Aufwand und die Zeit berücksichtigt, die notwendig sind, um von Legacy-Architekturen wegzukommen.

Allerdings ändert sich diese Ansicht rasch. Es gibt derzeit eine Vielzahl von Einsatzszenarien, in denen SDN bereitgestellt werden kann, um entscheidende Fortschritte für Bereitstellung, Management und die Vereinfachung von Netzwerken und Anwendungen zu erzielen. Daher ist es nun an der Zeit, mit der Planung Ihrer End-to-End-SDN-Architektur, die in zwei oder drei Jahren aktuell sein wird, anzufangen.

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, worauf Sie achten müssen. Dazu betrachten wir vier wichtige Schritte, die die Grundlagen für Ihre zukünftige SDN-Implementierung bilden.

Schritt 1: Entwickeln Sie einen realistischen Migrationsplan

Obwohl es am einfachsten wäre, Ihr Legacy-Netzwerk in einem Rutsch komplett zu ersetzen – oder SDN sogar parallel zu Ihrem bestehenden Produktionsnetzwerk zu betreiben –, ist diese Vorgehensweise für die meisten Organisationen angesichts der hohen, im Voraus anfallenden Investitionskosten kaum praktikabel. Wahrscheinlicher ist deshalb ein Szenario, bei dem der Umstieg von einem Legacy-Netzwerk zu SDN strategisch geplant wird. Das lässt sich mit zwei populären SDN-Migrationsmethoden erreichen:

  • Die erste Variante ist die sogenannte Divide-and-Conquer-Methode. Auf diese Weise segmentieren Sie Teile des Netzwerks und konzentrieren sich darauf, bestimmte Abschnitte davon SDN-fähig zu machen. Anschließend verbinden Sie das Legacy-Netzwerk mit dem softwaredefinierten Netzwerk, so dass beide reibungslos zusammenspielen. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass Sie SDN nach Ihren eigenen Vorstellungen gestalten und bereitstellen können. Nachteilig wirkt sich aus, dass sich die eigentlichen Vorteile von SDN erst dann nutzen lassen, wenn die gesamte Migration abgeschlossen ist, weil das Deployment nicht End-to-End erfolgt.
  • Ein zweiter populärer SDN-Migrationsplan sieht vor, ein virtualisiertes SDN-Netzwerk-Overlay über Legacy-Netzwerkhardware und -software zu legen. Durch diese Methode können Sie früh im Migrationsprozess viele der Vorteile von End-to-End-SDN erzielen. Allerdings sind Sie in Ihren Deployment-Optionen eingeschränkt, weil Sie auf die Virtualisierungs-Fähigkeiten der Legacy-Komponenten angewiesen sind, die womöglich nicht die gewünschte Flexibilität aufweisen.

Schritt 2: Finden Sie heraus, wo SDN aktuell einen Mehrwert liefern kann

Die größte Herausforderung, der sich Netzwerkarchitekten bei einem SDN-Rollout gegenübersehen, liegt darin, wie man den Umstieg von einem traditionellen Netzwerk-Deployment zu einer SDN-Architektur bewerkstelligt und dabei die Auswirkungen auf die Endbenutzer und das IT-Budget so klein wie möglich hält. Damit das gelingt, müssen Sie den unmittelbaren Mehrwert, den SDN bieten kann, verstehen.

Die meisten IT-Abteilungen sind zu dem Schluss gekommen, dass aufgrund ihrer intelligenten Routing-Funktionen SD-WAN-Deployments den größten Effekt besitzen. Sie können die Kosten für die WAN-Konnektivität erheblich senken und lassen sich einfach in traditionelle Netzwerk-Deployments im restlichen Netzwerk integrieren. Software-defined Data Center (SDDC) sind ein weiterer logischer Ausgangspunkt, wo sich sofort Vorteile ergeben. Das gilt insbesondere hinsichtlich der automatisierten Bereitstellung von komplexen verteilten Anwendungen.

Die vier Schritte zur SDN-Implementierung auf einen Blick.
Abbildung 1: Die vier Schritte zur SDN-Implementierung auf einen Blick.

Schritt 3: Denken Sie an die Netzwerkinteroperabilität als Ganzes

Wenn Sie herausgefunden haben, welche schnellen Erfolge eine künftige SDN-Implementierung bietet, sollten Sie mit etwas Abstand einen ganzheitlichen Blick auf das Netzwerk werfen. Berücksichtigen Sie, dass SDN insgesamt auf eine nahtlose, End-to-End-Infrastruktur abzielt, die zu einer automatisierten Network Agility führt. Mit anderen Worten: Sie wollen nicht mehrere unterschiedliche SDN-Segmente in Ihrer Infrastruktur verwalten. Und trotz des Hypes rund um offene SDN-Standards, Open Source, Open-Hardware und Open-APIs müssen Sie nach wie vor darüber Bescheid wissen, wie jeder Teil des Netzwerks auf Software-defined-Ebene zusammenwirkt.

Schritt 4: Prüfen Sie, ob Ihr aktuelles Netzwerk SDN-fähig ist

Für einige Teile Ihrer Enterprise-Netzwerkinfrastruktur – zum Beispiel Ihr Campus-LAN – ist eine SDN-Implementierung auch im Jahr 2017 noch nicht sehr sinnvoll. Es steht jedoch zu erwarten, dass sich im Laufe der nächsten paar Jahre ein Mehrwert ergibt, wenn andere Teile des Netzwerks in die neue Architektur überführt werden. Daher ist es wichtig, eine Bestandsaufnahme Ihrer momentan installierten Netzwerkhardware und -software zu machen, um zu erkennen, welche der genutzten Komponenten SDN-fähig sind.

Es ist wichtig, eine Bestandsaufnahme Ihrer momentan installierten Netzwerkhardware und -software zu machen, um zu erkennen, welche der Komponenten SDN-fähig sind.

Abhängig von Ihrem Migrationspfad – entweder der Divide-and-Conquer-Ansatz oder ein virtuelles Overlay – können Sie dann feststellen, über welche SDN-Funktionen Ihre Netzwerkhardware und -software möglicherweise bereits verfügt. Sie werden vielleicht überrascht sein, wenn Sie sehen, dass die Switches, die Sie gerade gekauft haben – oder die Sie kaufen wollen – tatsächlich SDN-fähig sind.

Fazit

Eine End-to-End-SDN-Migration lässt sich nicht einfach erreichen. Software-defined Services sind keine einfache Entwicklung. Sie stehen vielmehr für vollkommen neue Ansätze, wie wir das Netzwerk nutzen. In der Vergangenheit war es so, dass Netzwerke nur zu dem Zweck da waren, Daten von Punkt A nach Punkt B zu transportieren, ohne sich darum zu kümmern, was denn genau gesendet und empfangen wurde.

SDN stellt diese Philosophie auf den Kopf. Jetzt dreht sich alles um die Anwendung und welche Art von Daten transportiert werden. Aus diesem Grund kann die Migration von Legacy-Netzwerken zu Software-defined-Netzwerken kompliziert sein. Daher ist es so wichtig, bei der Planung von SDN-Migrationen einen holistischen Ansatz zu verfolgen, um sicherzugehen, dass Sie alle relevanten Umstände berücksichtigen. Ein durchdachter Plan zu Beginn Ihres SDN-Umstiegs sorgt dafür, dass der Prozess sehr viel reibungsloser verlaufen wird.

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2017 aktualisiert

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