olegkruglyak3 - Fotolia

So finden Sie den richtigen SIP-Trunking-Provider für Ihre Bedürfnisse

In diesem Beitrag geben wir Ihnen Tipps, wie Sie den optimalen SIP-Trunking-Provider finden. Außerdem erfahren Sie, wie Sie ältere Hardware anbinden.

Anmerkung der Redaktion: Im zweiten Teil der Artikelreihe zu den Grundlagen über SIP Trunking erklären wir, wie man den richtigen SIP-Trunking-Provider findet. Außerdem erläutern wir, wie Sie SIP Trunking an Ihre herkömmliche Hardware anbinden. Im ersten Artikel finden Sie Informationen über die Unterschiede zwischen SIP und PRI.

Angenommen, ein Unternehmen hat sich für SIP Trunking entschieden, um damit Telefonieservices und Unified Communications zu realisieren. Im nächsten Schritt probiert man dann einen SIP-Trunking-Provider aus. Auf diese Weise lässt sich feststellen, wie gut eine Umstellung funktioniert.

In Europa und in den USA ist SIP Trunking in den letzten paar Jahren zu einer ernsthaften Option geworden. Die Akzeptanz in dieser Richtung wächst auch immer weiter und SIP Trunking verzeichnet massiven Zuwachs. Eine der häufigsten Fragen in diesem Zusammenhang ist, ob das existierende PBX (Private Branch System) oder Telefonsystem SIP Trunking bereits unterstützt. Das sollte sich eigentlich sehr einfach herausfinden lassen. Suchen Sie nach dem Hersteller des PBX sowie dem Modell und schon sollten Sie eine Antwort haben.

In den meisten Fällen sind Telefonsysteme modular und Kunden haben die Möglichkeit, die Funktionalität durch den Zukauf entsprechender Schnittstellenkarten zu erweitern. SIP Trunks sollten sich also mit dem Einstecken der richtigen Zusatzkarte in das existierende Telefonsystem aktivieren lassen. Möglicherweise müssen Sie auch die Software des Herstellers aktualisieren und eine Lizenz für SIP Trunking erwerben. In Sachen Lizenzen unterstützen die meisten Anbieter heutzutage SIP Trunking. Ob Sie eine Lizenz benötigen, um sich mit einem SIP-Provider verbinden zu können, hängt komplett vom jeweiligen Anbieter ab.

Benötigen Sie eine Lizenz, um SIP Trunking verwenden zu können, dann bekommen Sie diese in der Regel vom entsprechenden Vertriebspartner. Haben Sie zum Beispiel das System Cisco Unified Communications Manager erworben und wollen es mit einem SIP-Provider verbinden, müssen Sie eine CUBE-Lizenz (Cisco Unified Border Element) kaufen. Mit dieser Lizenz erhalten Sie das offizielle Recht, SIP Trunking verwenden und die Cisco-Ausrüstung mit einem SIP-Trunking-Provider verbinden zu dürfen.

Sollte Ihr Equipment keine Lizenz benötigen, suchen Sie sich einfach einen SIP-Trunking-Provider aus und konfigurieren die Ausrüstung entsprechend. Von Seiten des Providers sind keine Lizenzen notwendig, es werden Ihnen lediglich die Benutzung und (simultane) Anrufe berechnet.

Die Telefonanbieter haben die Akzeptanz von Session Initiation Protocol (SIP) schnell realisiert und auch mitbekommen, dass die Konkurrenz reine IP-Telefonsysteme wie zum Beispiel Cisco Unified Communications Manager und Avaya Aura SIP Enablement Services vorgestellt hat. Aus diesem Grund wurden die existierenden und herkömmlichen Telefonsysteme durch hybride Lösungen ersetzt, die genügend VoIP- und SIP-Funktionalität zur Verfügung stellen. Auf diese Weise vermeiden sie, nicht aus dem Markt verdrängt zu werden.

SIP-Trunking-Optionen für ältere Telefonsysteme

Die meisten modernen Telefonsysteme stellen Unterstützung für SIP Trunking in irgendeiner Form zur Verfügung. Haben Sie das System vor nicht allzu langer Zeit erworben, dann ist Unterstützung für SIP Trunking recht wahrscheinlich. Betreiben Sie ein älteres Telefonsystem, dann gibt es Mittel und Wege, wie Sie sich zu einem SIP-Trunking-Provider verbinden können. Das ältere PBX-System wird dann so konfiguriert, dass es Anrufe durch die POTS/ISDN-Schnittstellen direkt zum Gateway für die IP-Telefonie leitet. Dieses schickt die Anrufe wiederum zum SIP-Trunk-Provider.

Abbildung 1: Ein herkömmliches PBX verbindet sich über das Internet zum SIP-Provider.

In Abbildung 1 sind Telefone auf der linken Seite mit dem älteren PBX (Legacy PBX) verbunden. Ein IP-Telefon-Gateway verbindet das PBX mit einem SIP-Trunking-Provider. Das Gateway ist die Schnittstelle via POTS oder ISDN zum älteren PBX. Auf der anderen Seite verbindet es sich via Ethernet mit dem IP-Netzwerk der Firma.

Ähnlich dazu werden vom SIP-Trunking-Provider eingehende Anrufe vom Gateway zum älteren PBX geleitet. Auch hier verbinden POTS- oder ISDN-Schnittstellen die beiden. Ein SIP-Provider kann ein Internet SIP-Provider sein, der eine existierende und dedizierte Internetleitung für Anrufe verwendet, wie das in Abbildung 1 der Fall ist. Möglich ist auch, dass er eine dedizierte Leitung zum Standort des Kunden gezogen hat, um sich direkt mit dessen Ausrüstung zu verbinden. Das ist in Abbildung 2 illustriert.

Es kommt außerdem auf die Anzahl der simultanen Anrufe an, die ein Unternehmen über einen SIP-Provider abwickeln will. Anhand dessen wählt die Firma die Verbindungsart zwischen dem älteren PBX und dem IP Voice Gateway. Im Beispiel oben verbinden zwei BRI-ISDN-Leitungen (Basic Rate Interface) das PBX mit dem IP Gateway. ISDN ermöglicht bis zu zwei gleichzeitige Anrufe. In diesem Fall ist das Maximum also 2x2=4 simultane Anrufe zwischen PBX und IP Gateway.

Abbildung 2: Ein herkömmliches PBX verbindet sich über eine dedizierte Leitung mit dem SIP-Provider.

Die Kapazität zwischen dem IP Gateway und dem SIP-Provider ist nur durch die verfügbare Bandbreite zwischen den beiden Parteien limitiert. Behalten Sie im Hinterkopf, dass SIP-Trunking-Provider keine unlimitierten Kanäle (simultane Sitzungen für Anrufe) zur Verfügung stellen. Man berechnet Ihnen normalerweise die Anzahl an Kanälen, die Sie durch den SIP Trunk nutzen wollen. Vorausgesetzt ist natürlich immer, dass genügend Bandbreite zur Verfügung steht.

Sich für einen SIP-Trunking-Provider entscheiden

Die Suche nach einem SIP-Provider ist aus einem Grund eine einfache Übung. Es gibt tausende davon über den Erdball verteilt. Wie bereits erwähnt, erfolgt eine Anbindung auf eine von zwei Möglichkeiten. Entweder existiert eine dedizierte Datenleitung, die mit der existierenden Netzwerkinfrastruktur verbunden wird oder sie nutzen das Internet. Benötigen Firmen garantierte Qualität und minimale Ausfallzeiten, ziehen sie normalerweise dedizierte Leitung vor. Bei solchen Anbindungen gibt es in der Regel auch ein Service-Level Agreement (SLA).

Eine Anbindung via Internet ist die schnellste, kostengünstigste und flexibelste Option. Die Qualität erfolgt aber nach dem bestmöglichen Prinzip und es gibt keinerlei Garantien. Wollen Sie sich mit einem SIP-Provider via Internet verbinden, dann registrieren Sie einfach ein SIP-Trunk-Konto. Man sucht sich eine Nummer aus und konfiguriert sein Telefonsystem entsprechend. Der ganze Prozess lässt sich binnen einer oder zwei Stunden erledigen. Wollen Sie eine dedizierte Datenleitung vom Provider, kann das Tage, wenn nicht sogar Wochen dauern. Außerdem sind die Kosten ungleich höher.

Entscheiden Sie sich für die Lösung SIP-Trunking-Provider und Internet, dann sollten Sie sich bewusst sein, dass der Service früher oder später auch Probleme bei der Qualität aufweisen kann. Das gilt vor allen Dingen während der Hauptzeiten, wenn es zu Datenstau kommt.

Außerdem sollten Sie beachten, dass nicht alle SIP-Provider gleich sind. Einige betreiben große Netzwerke mit einer Menge Ressourcen, die mehrere Tausend Anrufe von Kunden locker verarbeiten können. Andere habe nur kleine Netzwerke mit begrenzten Kapazitäten. Das wirkt sich möglicherweise negativ auf die Qualität der SIP-Anrufe aus.

Wollen Sie einen SIP Trunk kaufen, der nur ein paar Sprachkanäle unterstützt, dann sind Internet-basierte SIP-Provider meist eine flexible und günstige Lösung. Wir sprechen hier zum Beispiel von zwei bis sechs Kanälen und es ist oft kein Vertrag notwendig.

Benötigt das Unternehmen aber eine große Anzahl an Sprachkanälen, dann lohnt es sich, nach einem SIP-Provider Ausschau zu halten, bei dem der SIP Trunk direkt verbunden ist (siehe Abbildung 2). Diese Konfiguration liefert bessere Stabilität und höhere Verfügbarkeit, da der SIP Traffic nicht über das Internet fließt. Es wird von Ihrem Netzwerk direkt mit dem des SIP-Providers kommuniziert.

Im dritten Teil unserer Artikelreihe zu den Grundlagen von SIP Trunking sehen wir uns die Anforderungen an die Bandbreite an, damit hohe VoIP-Qualität über einen SIP Trunk möglich ist.

Folgen Sie SearchNetworking.de auch auf Twitter, Google+ und Facebook!

Artikel wurde zuletzt im Februar 2016 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Unified Communications

0 Kommentare

Älteste Beiträge 

Passwort vergessen?

Kein Problem! Tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse unten ein. Wir werden Ihnen eine E-Mail mit Ihrem Passwort schicken.

Ihr Passwort wurde an die folgende E-Mail-Adresse gesendet::

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchStorage.de

SearchDataCenter.de

SearchEnterpriseSoftware.de

Close