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So finden Sie das beste Tool für das Netzwerk-Monitoring

Um das beste Tool für das Netzwerk-Monitoring finden, haben Sie die Qual der Wahl. Kommerzielle Produkte und auch Open Source sind verfügbar.

Ein wichtiger Teil der Arbeit eines Administrators ist, das Netzwerk in Sachen Performance, Traffic-Nutzung und Störungen sowie Verfügbarkeit zu überwachen. Sollte es Probleme geben, muss der Administrator schnell reagieren können. Ein Monitoring Tool für das Netzwerk ist eine Software oder eine Kombination aus Hardware und Software, die das Netzwerk von einem Ende zum anderen überwacht. Sie sammelt hunderte an Performance-Metriken. Dazu gehören Bandbreite, Latenz, Reaktionsfreudigkeit und die CPU-Auslastung des Hosts. Zu einer umfassenden Grundlage für das Monitoring eines Netzwerks gehört auch das Überwachen des Verhaltens des Netzwerks. Sollte etwas nicht in Ordnung sein, wird das im Idealfall sofort gemeldet. Gründe können das Absinken der Performance auf ein nicht mehr akzeptables Niveau oder auch Spitzenlasten sein.

Die meisten Produkte für das Netzwerk-Monitoring funktionieren bei kleinen und mittelgroßen Umgebungen gut. Dabei kommt es nicht darauf an, ob es drahtlos oder drahtgebunden ist. Bei komplexeren Netzwerken, also Unternehmensnetzwerken und verteilten Umgebungen, ist die Sache anders. Hier brauchen Sie eine umfassende Plattform, die Einblicke in die physischen und virtuellen Server gewährt. Das gilt auch für WAN-Verbindungen (Wide Area Network), SDN-Architekturen (Software-Defined Network), Cloud-Services, netzwerkbasierte Anwendungen und eine stark wachsende Zahl an mobilen Geräten, die sich ebenfalls mit dem Netzwerk verbinden.

Wie das Monitoring von Netzwerken funktioniert

Man überwacht am besten nicht nur den allgemeinen Gesundheitszustand eines Netzwerks, sondern das Monitoring unterstützt im besten Fall auch proaktive Strategien. Zum Beispiel lassen sich Upgrades bei der Hardware oder der Infrastruktur leichter rechtfertigen. Somit verhindern Sie chronische Flaschenhälse im Netzwerk. Dieses Leistungsmerkmal kann langfristig natürlich Geld sparen, weil das Unternehmen weniger Problembeseitigung betreiben muss, die möglicherweise repetitiv ist.

Angenommen, Unternehmen setzen auf einen Service-Provider, um Teile der Netzwerkverbindungen zu überwachen. Dann können sie Netzwerk-Monitoring nutzen, damit sich die Service-Level Agreements (SLAs) durchsetzen lassen, mit denen sich der Provider einverstanden erklärt hat. Können Firmen die Performance des Netzwerks nicht genau sehen, ist ein Durchsetzen eines SLAs schwierig, wenn nicht sogar unmöglich.

Ein gut funktionierendes Netzwerk hebt natürlich auch die Zufriedenheit der Anwender. Somit bekommt der Helpdesk weniger Anrufe und es gibt allgemein weniger Probleme.

Es gibt alle möglichen eingebauten Tools für das Netzwerk-Monitoring und auch kostenlose Tools aus dem Open-Source-Bereich stehen zur Verfügung. Zum Beispiel lässt sich das Programm Ping nutzen, um einfache Host-Verbindungen zu überprüfen. Microsoft Network Monitor stellt Erfassung und Analyse von Paketen zur Verfügung. Ein Administrator zieht diese möglicherweise zu Rate, um Fehler bei Problemen mit dem Netzwerk zu suchen. Nagios ist Open Source und ein beliebtes Tool für das Netzwerk-Monitoring. Es ist nicht ganz einfach zu konfigurieren, liefert allerdings viele genaue Daten für alle möglichen Metriken. Bei freien Tools ist es allerdings auch oft so, dass sie Erweiterungen oder Plug-ins benötigen. Erst dann liefern sie alle erwarteten Funktionalitäten oder Leistungsmerkmale. Automatische Warnmeldungen sind dafür ein Beispiel.

Der Ansatz mit kostenlosen Werkzeugen hört sich attraktiv an, ist allerdings oftmals nicht sehr effizient. Unternehmen brauchen robuste Produkte für das Netzwerk-Monitoring. Nur so lassen sich Uptime, ungestörter Zugriff und einfache Benutzung garantieren.

Funktionen für das Netzwerk-Monitoring

Ein allumfassendes Produkt für das Monitoring sollte das Netzwerk in Echtzeit überwachen und analysieren können. Das gilt auch für die relevanten Geräte. Somit kann ein Administrator zeitnah auf Warnungen und Alarme reagieren. Weiterhin sollte es einigermaßen einfach sein, das Tool zu implementieren und zu konfigurieren. Außerdem ist eine Unterstützung der Geräte mehrerer Anbieter vorteilhaft. Das Produkt Ihrer Wahl sollte mindestens automatische Erkennung, Inventarisierung von Nodes und Geräten, sowie automatische und konfigurierbarer Alarme mit sich bringen.

All diese Funktionen lassen sich idealerweise über eine webbasierte und zentrale Management-Schnittstelle verwalten. Dieses Interface sollte ein sogenanntes Dashboard mit einfach zu verstehenden Graphen und Tabellen enthalten. Damit stehen Ihnen verschiedene Einblicke zum Status Ihres Netzwerks zur Verfügung. Weiterhin sollte eine topologische Karte für das Netzwerk vorhanden sein oder sich zumindest eine erstellen lassen. Befehle für das Modifizieren der Netzwerkeinstellungen und das Lösen von Problemen sind ebenfalls ein Muss. Einige Interfaces stellen lediglich Einblicke und Reporting zur Verfügung.

Durch den derzeit stattfindenden Transit zu IPv6 ist es selbstverständlich, dass das gewählte Tool für das Netzwerk-Monitoring sowohl das Protokoll IPv4 (Internet Protocol Version 4) als auch IPv6 und den dazugehörigen Traffic unterstützen muss.

Ebenfalls muss man über den Ansatz des Monitorings nachdenken. Soll es auf sogenannten Agents basieren oder eben nicht? Ein Tool für das Netzwerk-Monitoring verwendet in der Regel Agents oder Sensoren, die Daten sammeln und zu einer Konsole für die weitere Analyse übertragen. Agents benötigen allerdings einige Ressourcen, um laufen zu können. Das wirkt sich unter Umständen negativ auf die Performance aus. Kommt ein Produkt ohne einen Agent aus, gibt es auf momentan laufende Prozesse keine oder nur geringfügige Auswirkungen.

Viele, aber nicht alle Lösungen für das Netzwerk-Monitoring sind sich der Anwendungen bewusst (Application-aware). Sie können also Anwendungen und Services erkennen, die im Netzwerk operieren. Das ist ein wichtiger Vorteil. Administratoren sehen auf diese Weise sehr schnell, ob ein Problem im Zusammenhang mit der Netzwerk-Performance selbst oder einer Anwendung verursacht wird. Ein Tool für das Netzwerk-Monitoring, das sich der Anwendungen bewusst ist, ermöglicht es der IT-Abteilung, die Antwortzeiten einer Applikation in Echtzeit zu betrachten. Dazu gehören auch die Verarbeitung auf dem Server, Netzwerkanfragen und Reaktionsfreudigkeit.

Wünschenswerte Funktionen für das Netzwerk-Monitoring

Kann ein Tool Trends erkennen, ist das für die Administratoren eventuell sehr wertvoll. Das trifft sowohl für historische Ereignisse als auch für Voraussagen zu. Durch Trenddaten kann ein Administrator die Performance des Netzwerks rückblickend betrachten. Bei den Voraussagen ist es so, dass man die künftige Performance besser einschätzen kann. Das Ganze basiert auf dem Verhalten vergangener Tage.

Automatische Planung der Kapazitäten ist eine nützliche Funktion, die man aber nicht in jeder Umgebung braucht. Sie nutzt das Management und die Optimierung der Netzwerkinfrastruktur aus, indem sie an den Administrator einen Alarm schickt. Das geschieht immer dann, wenn Arbeitsspeicher, Bandbreite oder Kapazitäten des Netzwerks knapp werden.

Fazit

Sehen Sie sich nach einem umfassenden Produkt für das Netzwerk-Monitoring um, das Ihre momentanen Ansprüche zufriedenstellt und auch genug Skalierbarkeit für die Zukunft bietet. Sowohl im kommerziellen Umfeld als auch bei Open Source gibt es viel Auswahl. Open Source kostet nichts und ist frei verfügbar. Kommerzielle Produkte bringen in der Regel aber alle gewünschten Funktionen in einem einzigen Paket mit sich.

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Artikel wurde zuletzt im November 2015 aktualisiert

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