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Schnelles Netzwerk für VDI und Desktop as a Service

Die Übertragung von Daten in VDI- und DaaS-Umgebungen wird verzögert, wenn die Entfernung zwischen Server und virtuellen Desktops zu groß ist. Darauf sollten Unternehmen achten.

Die Zeit, die Daten für den Transfer zwischen zwei Punkten benötigen, wird als Netzwerklatenz bezeichnet. Diese Latenz ist für Unternehmen von entscheidender Bedeutung, die mit virtuellen Desktops (VDI, Virtual Desktop Infrastructure) oder Desktop as a Service (DaaS) arbeiten.

Schließlich vergrößern beide Technologien den Abstand zwischen den Bildschirmen der Benutzer und ihren Anwendungen. Wird die Entfernung zu groß, kann es zu Verzögerungen oder Latenzen im Netzwerk kommen, die sich negativ auf die Leistung der Anwendungen und damit die Nutzererfahrung auswirken. Obwohl Protokolle für Remote Displays so konzipiert sind, dass sie Netzwerklatenzen relativ gut abfedern und gleichzeitig einsatzbereit bleiben, ist es möglich, dass andere Teile der VDI- oder DaaS-Umgebung unter den Latenzen im Netzwerk leiden.

Die gute Nachricht: Da sich Daten sehr schnell in Lichtgeschwindigkeit übertragen lassen, sollte die Latenzzeit von innerhalb einer Stadt verteilten Netzwerken nicht viel höher sein als die Latenzzeit innerhalb eines Gebäudes. Es gilt die Regel: Je größer die Entfernungen für die Datenübertragung, umso größer werden die Probleme mit der Netzwerklatenz. Entsprechend hoch können die Verzögerungen beim Datentransfer über Ländergrenzen oder Kontinente hinweg werden. Der beste Weg, die Netzwerklatenz zu begrenzen, besteht darin, die Daten und Desktops näher zusammenzubringen.

Fakten zur Latenzzeit von VDI- und DaaS-Netzen

Die Nutzer erwarten, dass sie schnell auf die Anwendungen auf ihrem Desktop zugreifen können und die Applikationen zügig auf Befehle und Eingaben reagieren. Hier bietet eine VDI-Umgebung große Vorteile, da die virtuellen Desktops sich im selben Rechenzentrum wie die Daten des Benutzers befinden, direkt neben den Dateiservern und Applikationsservern. Dadurch erfolgt der Datenzugriff im Rechenzentrum extrem latenzarm, und die Anwendungen bieten eine gute Performance.

Setzen Unternehmen auf DaaS, befinden sich die Desktops der Benutzer in einem Cloud-Rechenzentrum, das möglicherweise weit von den lokalen Servern und Daten entfernt ist. Die Tatsache, dass die Desktops der Benutzer in einem anderen Rechenzentrum als ihre Daten untergebracht sind, führt zu höherer Latenz im Netzwerk und langsameren Anwendungen. Eine höhere Latenzzeit kann dazu führen, dass es länger dauert, bis die Anmeldung der Nutzer vollzogen ist, da die Daten des Benutzerprofils von einem Rechenzentrum in ein anderes übertragen werden müssen. Zudem können sich Anwendungen verlangsamen, weil sie länger auf den Datentransfer warten müssen. Einige Anwendungen wie etwa Microsoft Outlook besitzen Funktionen, um die Folgen von langsamen Netzwerken abzufedern; bei anderen Anwendungen jedoch werden die Nutzer die langsamere Reaktionszeit der Anwendungen deutlich bemerken.

Damit die Anwendungen optimale Leistung bringen, sollten sich die Server in der Nähe des Cloud-Rechenzentrums oder sogar im selben Cloud-Rechenzentrum wie die Desktops befinden. Durch die Migration der Anwendungsserver von lokalen Rechenzentren auf IaaS-Plattformen (Infrastructure as a Service) bei demselben Cloud-Provider bleiben die Server in der Nähe der Desktops. Normalerweise ist die Reihenfolge umgekehrt: Die Server werden in die Cloud verlagert, anschließend folgen die Desktops in eine DaaS-Umgebung, um näher an den Speicherort der Daten zu gelangen. Das Rechenzentrum des Cloud-Anbieters ist im Grunde das einzige Rechenzentrum, das sowohl Server als auch Desktops umfasst.

Wie sieht es mit hybriden Desktop-Umgebungen aus?

Die hybride Bereitstellung von Desktops stellt eine sehr große Herausforderung dar. Bei hybriden Implementierungen greift ein Teil der Benutzer in einer VDI-Umgebung auf lokale Desktops zu, während andere Mitarbeiter die Cloud-Desktops nutzen, die ein DaaS-Anbieter bereitstellt. Folglich ist die Entfernung zu den Daten nicht für alle Benutzer identisch. Die lokalen Daten befinden sich näher bei den VDI-Nutzern, die Cloud-Daten näher bei den DaaS-Nutzern. Bei hybriden Desktop-Umgebungen gibt es noch eine weitere Alternative: Ein Teil der Mitarbeiter nutzt VDI oder DaaS, einige Nutzer arbeiten mit einem physischen PC. Wenn die Server sich in diesem Fall ausschließlich als virtuelle Maschinen auf einer IaaS-Plattform befinden, sind sie weit von den physischen Desktops entfernt.

Bei einem hybriden Szenario müssen für Nutzer von lokalen Desktops auch einige Server lokal installiert und die Daten lokal gespeichert sein. Zudem gibt es auch Server in der Cloud, die Daten in der Nähe der DaaS-Desktops bereitstellen.

Oft bedingt die Entscheidung über den Einsatz von DaaS, VDI oder physischen Desktops, welche Daten benötigt werden und wo sie gespeichert werden müssen. Unabhängig, ob die IT-Abteilung nun lokale VDIs oder Cloud-basierte DaaS-Lösungen einsetzt, die Desktops reagieren am schnellsten, wenn sich die benötigten Daten in ihrer Nähe befinden.

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Artikel wurde zuletzt im November 2017 aktualisiert

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