Ratgeber: Netzwerk-Management in kleinen und mittleren Unternehmen

Für kleine und mittelständische Firmen ist es schwer, die immer komplexer werdenden Netzwerke zu managen. Sie benötigen spezielle Tools und Hilfe.

Unerwartete Performance-Probleme sowie Ausfälle des gesamten Netzwerks gehören weiterhin zu den größten Herausforderungen von IT-Managern. Das gilt vor allen Dingen für kleine und mittelständische Unternehmen, auch KMU oder SMB genannt. Die von der IT-Industrie zur Verfügung gestellten Netzwerkmanagement-Tools sind kein Allheilmittel. Viele sind mühsam zu bedienen, und die Programme liefern oftmals nicht die Einblicke, die erforderlich wären, um die Probleme angemessen angehen zu können. Dies ist häufig auch der Grund, warum die IT-Administratoren in den kleinen und mittelständischen Firmen angesichts der Menge an Software und Hardware den Überblick verlieren, von den Cloud-basierten Netzwerkmanagement- und -Monitoring-Produkten ganz zu schweigen. Das gilt selbst dann, wenn die Anbieter behaupten, dass mit ihren Produkten die Kunden sämtliche Sorgen los sind.

Die traditionellen Netzwerklieferanten versagen

Die Netzwerkanbieter fokussieren sich weiterhin auf Technologie statt auf die Benutzerfreundlichkeit, damit man ihre Netzwerkprodukte am besten verwalten kann. Zugegeben, neue Geräte liefern höhere Geschwindigkeiten, Port-Dichten, kompaktere Formfaktoren und eine verbesserte Energieeffizienz, aber das hat seinen Preis: Sie sind kompliziert zu installieren, zu benutzen und zu managen. Auch die Problemsuche ist nicht einfach: Der durchschnittliche IT-Manager muss normalerweise detaillierte und lange Schulungen absolvieren, um spezielle Zertifizierungen zu erhalten, zum Beispiel die Qualifikation CCIE (Cisco Certified Internetwork Expert). Die Unternehmer und Firmeninhaber kämpfen mit den Herausforderungen und den Kosten, wenn sie entsprechendes Netzwerkfachwissen in die eigene IT-Abteilung bekommen wollen.

Der Trend geht zu immer mehr Komplexität

Obwohl die Komplexität des Managements und des Monitorings von Netzwerken immer größer wird, lässt sich eine Entwicklung im Netzwerkmarkt erkennen. Zu den Trends gehören:

  • WLAN. Fast jedes Unternehmen setzt heutzutage auf drahtlose und drahtgebundene Netzwerke. Für jede Komponente braucht man spezielles Fachwissen, um die Performance zu optimieren und Probleme im Netzwerk zu finden und zu lösen.
  • BYOD. Bring Your Own Device ist in vielen Unternehmen eine Richtlinie. Netzwerkverbindungen (oftmals drahtlos) und Security für eine große Anzahl an Geräten bereitzustellen ist nach wie vor eine Herausforderung.
  • WANs (Wide Area Networks) und Zweigstellennetzwerke. Die moderne Zeit, in der man immerzu und überall arbeiten kann, verkompliziert den Netzwerkbetrieb. Die IT-Abteilung muss VPN-Verbindungen für Außendienstmitarbeiter und Zweigstellen angemessen absichern. Zusätzlich müssen die Administratoren Cloud-basierte SaaS-Applikationen managen und sicherstellen, dass diese die notwendige Performance liefern.
  • VoIP (Voice over IP). Viele Unternehmen haben herkömmliche Sprachdienste auf VoIP umgestellt. Qualitativ hochwertige Anrufe benötigen eine geringe Latenz im Netzwerk. Die IT-Manager müssen schnell reagieren, wenn sich Kundenbeschwerden über die schlechte Sprachqualität häufen.
  • Security. Die IT-Abteilungen müssen ihre LANs und WANs gegen eine ganze Reihe von Herausforderungen an die IT-Sicherheit schützen.

Ein Überangebot an Netzwerkmanagement-Tools

IT-Administratoren wissen, dass sie bei der Problembehebung in ihren Netzwerken Hilfe benötigen. Welche Produkte man allerdings evaluieren soll, um Netzwerkprobleme tatsächlich zu lösen, ist nicht ganz klar. Zu den verfügbaren Optionen gehören:

  • Tools, die vom Netzwerkanbieter geliefert werden. Alle führenden Anbieter von Netzwerk-Equipment bieten hauseigene Produkte zum Netzwerkmanagement an. Dazu gehören zum Beispiel Cisco, Arista, HP, Brocade, Juniper, Aruba und Meru. Die meisten dieser Produkte sind speziell für die jeweiligen Komponenten der Hersteller ausgelegt. Deshalb kann man sie nur schwer in Umgebungen einsetzen, in denen Equipment mehrerer Anbieter vorkommt.
  • IT-Netzwerkmanagementprodukte Dritter. Hier tummeln sich Anbieter wie beispielsweise CA, Fluke Networks, IBM, Ipswitch, NetScout, Riverbed Technology oder SolarWinds.
  • Cloud-basierte Management-Tools. Diese Programme werden als Abonnement as a Service angeboten. Sie überwachen und managen drahtlose und drahtgebundene Netzwerke von außerhalb.
  • Netzwerkmanagementprodukte, die als Open Source entwickelt werden. Zu dieser Gruppe gehören Initiativen wie zum Beispiel Zenoss oder OpenNMS.

Anforderungen an das Netzwerkmanagement in kleinen und mittelständischen Firmen

Die Netzwerkmanagementprodukte der nächsten Generation können mehr Informationen sammeln als jemals zuvor. Mithilfe von Deep Packet Inspection lassen sich viele Variablen in Hochgeschwindigkeitsnetzwerken überwachen. Dazu gehören auch Gerätetyp und Standort, Art des Traffics, Ort der Netzwerk-Performance-Probleme und -Ausfälle sowie der Netzwerkdurchsatz.

Das Hautproblem liegt nun darin, diese Daten so einsetzen zu können, dass sich die Netzwerkprobleme auch wirklich lösen lassen. Das gilt in erster Linie für Nicht-Netzwerkspezialisten. Die Herausforderung an dieser Stelle ist, die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen zu finden. Viele Tools erschaffen einen unglaubliche Menge an Daten und generieren sehr viele Alarme, liefern allerdings wenig relevante Informationen. Management-Tools hingegen, die einfach zu verstehende Netzwerkübersichten (Network Maps) und grafische Darstellungen liefern, bringen Licht ins Dunkel.

IT-Manager brauchen Managementprodukte, die Probleme automatisch und basierend auf Richtlinien lösen, die man einmal festlegen und danach vergessen kann. Das gilt vor allem für kleine und mittelständische Firmen. Für die meisten Unternehmen eignen sich solche Netzwerkmanagementprodukte am besten, die sich schnell installieren und einfach mit IT-System-Management-Tools integrieren lassen. Natürlich sollten sie auch von IT-Mitarbeitern bedient werden können, die keine Spezialisten auf diesem Gebiet sind.

Empfehlungen für KMU-Manager

Netzwerke zu betreiben, Netzwerk-Performance-Probleme zu lösen und Netzausfälle zu vermeiden ist und bleibt eine Herausforderung. Das gilt vor allem für Unternehmen, die keine erfahrenen Netzwerkadministratoren an Bord haben. IT-Manager müssen Netzwerkmanagement-Tools evaluieren, die in das allgemeine IT-System-Management passen. Dazu gehören auch das Server- und das Applikations-Management.

Selbst erfahrene und fachlich versierte Administratoren können schnell von den Funktionen und der Leistungsfähigkeit überfordert sein, die das breite Feld der verfügbaren Netzwerkmanagement-Tools bietet. Sie müssen das richtige Tool für ihre spezifische Umgebung wählen. Dabei sollten sie nach einfach zu benutzenden Produkten suchen, die digitale Dashboards und automatisierte Problemlösungen besitzen. Da die Netzwerke immer komplexer werden, brauchen vor allem kleine und mittelständische Firmen Hilfe von außen – zum Beispiel von Netzwerk-Profis, Wiederverkäufern und Consultants. Dann sind sie im Falle des Falles auf der sicheren Seite.

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Artikel wurde zuletzt im April 2015 aktualisiert

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Einen wundervollen guten Tag,

hier wird zwar ganz wunderbar das Problem geschildert, aber keine Lösung präsentiert. Einen "Ratgeber" stelle ich mir da anders vor.

mfg
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