Neue Gruppenrichtlinien für OneDrive und Charms Bar in Windows 8.1

OneDrive, Netzwerk, Startseite und Windows 8-Apps lassen sich mit Gruppenrichtlinien steuern. In diesem Beitrag zeigen wir die Neuerungen.

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In Windows 8.1 gibt es einige neue Gruppenrichtlinieneinstellungen, mit denen sich das Arbeiten mit Unternehmens-Desktops konfigurieren lässt. In den folgenden Abschnitten zeigen wir einige Einstellungen sowohl für die Systemkonfiguration als auch für OneDrive (früher: SkyDrive). Im Idealfall verwenden Administratoren für die automatische Konfiguration von Windows 8.1 als Serverbetriebssystem Microsofts aktuellste Server-Generation Windows Server 2012 R2.

Windows 8 – Konfiguration für Computer und Nutzer

Im Bereich Administrative Vorlagen\Windows-Komponenten\Rand-UI lassen sich über Computerkonfiguration, aber auch Benutzerkonfiguration, einige Einstellungen vornehmen, die vor allem Windows 8-Apps betreffen. Bei den Einstellungen sind vor allem die Charms Bar ganz am rechten Rand des Bildschirms und die Apps konfigurierbar, die an dieser Stelle angezeigt werden sollen. Windows 8.1 fügt vier neue Richtlinien hinzu, um diese Einstellungen über die Benutzergruppenkonfiguration vorzunehmen. Eine dieser neuen Richtlinien, das Deaktivieren der Hilfe-Tipps, wird auch in der Computerkonfiguration angezeigt. Wie der Name schon vermuten lässt, deaktiviert diese Richtlinie die Windows-Tipps, die für Benutzer anzeigt werden.

Die Einstellungen auf der neuen Registerkarte Navigation in Windows 8.1 lassen sich auch mit Gruppenrichtlinien vorgeben

Die weiteren drei Möglichkeiten bieten ebenso leicht verständliche Möglichkeiten. Administratoren können zum Beispiel deaktivieren, dass die zuletzt geöffneten Apps an der linken oberen Ecke angezeigt werden und können auch das Wechseln zwischen Apps verhindern. Die Einstellungen können Anwender aber auch selbst über die Eigenschaften der Task Bar anpassen. Die neuen Einstellungen sind in Windows 8.1 auf der Registerkarte Navigation zu finden.

Windows 8.1 - Einstellungen und Suche

Die Such-Einstellungen für Windows 8.1 im Bereich Computerkonfiguration zeigen fünf neue Richtlinien. Die wichtigsten Einstellungen steuern das Verhalten der Suche auf der Startseite in Windows 8.1.

Standardmäßig durchsucht Windows 8.1 nicht nur den lokalen Rechner nach Programmen und Dateien, sondern über die Bing-Suche auch Internetseiten. Falls Administratoren dies nicht wünschen, kann die Funktion lokal auf den Rechnern oder über Gruppenrichtlinien deaktiviert werden:

  1. Rufen Sie die Charms-Bar auf.
  2. Klicken Sie auf Einstellungen.
  3. Klicken Sie auf PC-Einstellungen ändern.
  4. Klicken Sie auf Suche und Apps.
  5. Klicken Sie auf Suche.
  6. Auf der rechten Seite deaktivieren Sie jetzt die Option Bing für die Internetsuche verwenden.

Die Onlinesuche mit Bing kann in Windows 8.1 auch deaktiviert werden

Die Einstellungen sind im Bereich Administrative Vorlagen\Windows-Komponenten\Suche zu finden. Mit Nicht im Web suchen und keine Webergebnisse in der Suche anzeigen deaktivieren Administratoren diese Funktion zentral für alle Anwender. Ebenfalls wichtig, vor allem für Tablets und Notebooks, ist die Einstellung Bei getakteten Verbindungen nicht im Web suchen und keine Webergebnisse in der Suche anzeigen.

Die Einstellungen können also, wie bei den meisten Richtlinien auch, lokal vorgenommen werden oder über Gruppenrichtlinien. Diese lassen sich übrigens nicht nur über Windows Server 2012 R2 setzen, sondern auch lokal, wenn Administratoren auf einem Rechner mit Windows 8.1 die lokale Verwaltung der Gruppenrichtlinien mit gpedit.msc aufrufen.

Eine weitere neue Richtlinie ist Hinzufügen von Speicherorten auf Wechseldatenträgern zu Bibliotheken nicht zulassen. Diese Richtlinie verhindert, dass Ordner auf Wechsellaufwerken zu Bibliotheken hinzugefügt werden können. Auch diese Einstellung ist im Bereich der Suche zu finden.

Wenn Administratoren die SafeSearch-Einstellungen für die Suche verwenden sollen, kann auch dies über Richtlinien konfiguriert werden. Dazu steht die Richtlinie Festlegen der SafeSearch-Einstellung für die Suche zur Verfügung.  SafeSearch kann aus Suchergebnissen Inhalte für Erwachsene filtern, abhängig von den Einstellungen Streng, Moderat oder Aus.

Darüber hinaus können Administratoren noch die Einstellung Festlegen der in der Suche freizugebenden Informationen aktivieren. Hier lässt sich einstellen, welche Informationen freigegeben werden.

Konfiguration von OneDrive in Windows 8.1

Windows 8.1 ist noch enger an Microsofts Cloud-Speicher OneDrive angebunden als Windows 8. Daher gibt es auch mehr Einstellungen in den Richtlinien für die Anpassung von OneDrive. Windows 8.1 verfügt vor allem über drei OneDrive bezogene Einstellungen in der Computerkonfiguration. Die Einstellungen sind im Bereich Administrative Vorlagen\Windows-Komponenten\OneDrive zu finden. Verwendung von OneDrive für die Dateispeicherung legt fest, dass  OneDrive nicht im Datei-Explorer angezeigt und OneDrive-Dateien nicht mit Microsofts Cloud-Speicher synchronisiert werden. Außerdem können Benutzer nicht auf OneDrive zugreifen, und zwar weder von der OneDrive-App aus noch über den Explorer. Zudem lassen sich so auch Fotos nicht automatisch hochladen.

Eine andere Richtlinie in diesem Bereich ist Dokumente und Bilder standardmäßig auf dem lokalen PC speichern. Wenn diese Richtlinie aktiviert ist, können Apps und Benutzer weiterhin Dateien auf OneDrive speichern. Außerdem können Anwender auch die OneDrive-App nutzen und Daten synchronisieren. Wenn diese Richtlinie aber deaktiviert oder nicht konfiguriert ist, werden die Dateien für Benutzer mit Microsoft-Konto standardmäßig auf OneDrive gespeichert. Ohne Microsoft-Konto, also mit einer lokalen Anmeldung, werden die Daten auch ohne diese Richtlinie lokal speichert, da Windows 8.1 ohne Microsoft-Konto keine Verbindung mit einem OneDrive-Konto aufbauen kann.

Die dritte neue Richtlinie ist Verhindern, dass OneDrive-Dateien über getaktete Verbindungen synchronisiert werden. Die Richtlinie macht genau das, was der Name vermuten lässt: Auf Notebooks und Tablets, die mit UMTS, LTE oder über eine andere mobile Datenverbindung mit dem Internet verbunden sind, werden in diesem Fall keine Dateien mit OneDrive synchronisiert, auch wenn OneDrive generell verfügbar ist.

Weitere neue Gruppenrichtlinieneinstellungen

In manchen Situationen kann es passieren, dass Windows 8.1 den aktuellen Netzwerktyp nicht erkennt und so einen falschen Netzwerktyp (öffentlich, privat oder Arbeitsplatz) verwendet. Dies äußert sich in Problemen beim Netzwerkzugriff. Administratoren haben in Windows 8.1 Pro und Enterprise die Möglichkeit, über Gruppenrichtlinien nicht-identifizierte Netzwerke manuell zuzuordnen. Die Einstellungen sind bei  Computerkonfiguration/Windows-Einstellungen/Sicherheitseinstellungen/Netzwerklisten-Manager-Richtlinien\Nicht identifizierte Netzwerke zu finden. Über die Richtlinien in Windows 8.1 Pro und Enterprise können Administratoren zudem verhindern, dass Anwender Apps deinstallieren können. Die Einstellungen sind im Bereich Benutzerkonfiguration/Administrative Vorlagen/Startmenü und Taskleiste über Deinstallieren von Anwendungen aus "Start" durch Benutzer verhindern zu finden.

In manchen Umgebungen ist das Internet nicht direkt über die IP-Einstellungen auf dem Rechner erreichbar, sondern über einen Proxyserver. Standardmäßig erreichen Windows 8.1-Apps das Internet nur direkt. Wenn Unternehmen einen Proxyserver einsetzen, müssen Administratoren im System Änderungen vornehmen, damit die Apps eine Verbindung mit dem Internet herstellen können. Da in solchen Umgebungen normalerweise Windows 8.1 Pro oder Enterprise im Einsatz sind, können die Einstellungen über Gruppenrichtlinien gesetzt werden. Die Einstellungen sind bei Computerkonfiguration/Administrative Vorlagen/Netzwerk/Netzwerkisolation zu finden Auf der rechten Seite finden Administratoren die Einstellungen, um Apps über einen Proxy mit dem Internet zu verbinden.

Artikel wurde zuletzt im März 2014 aktualisiert

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