Mehr Anwendungs-Performance mit erweiterten APM-Tools

Zu wissen, wie man die Anwendungs-Performance steigert, war noch nie so wichtig, aber auch schwierig. Entscheidend sind ein Monitoring Framework und die richtigen APM-Tools.

Je mehr User, Anwendungen und Services die heutigen Netzwerke bevölkern, desto wichtiger wird es, die Anwendungs-Performance im Auge zu behalten. In seiner grundlegendsten Form bezieht sich Application Performance Management (APM) auf das Monitoring und Management der Leistung, Uptime und Verfügbarkeit von Softwareanwendungen, insbesondere wenn sie als Service über die Cloud bereitgestellt werden.

Der primäre Zweck von APM besteht darin, komplexe Probleme der Anwendungs-Performance zu erkennen und zu diagnostizieren, um die Compliance mit Service-Level-Verpflichtungen oder -Anforderungen sicherzustellen. Mit anderen Worten dreht sich bei APM alles um die Übersetzung einer IT-Metrik – die Anwendungs-Performance – in ein strategisches Ziel: den entstehenden Mehrwert für das Unternehmen. Bei der Frage, wie sich die Anwendungs-Performance verbessern lässt, müssen die kritischen Elemente in jeder Analyse die Nutzererfahrung mit der Anwendung genauso umfassen wie die von der Anwendung beanspruchten Computing-Ressourcen.

Wie lässt sich die Anwendungs-Performance steigern?

Die konstante Anforderung von Unternehmen, die Anwendungs-Performance zu verbessern, hat APM zu einem wichtigen Sektor auf dem Markt für IT-Management-Services gemacht, und zwar so wichtig, dass die Marktforscher von Gartner die Entwicklung seit 2011 verfolgen. Das Institut hat ein konzeptionelles, fünf Elemente umfassendes Framework definiert, auf das es zurückgreift, um eine breite Palette von Angeboten aus diesem Bereich zu beschreiben und zu erläutern. Diese Magic Quadrant genannten jährlichen Analysen bieten eine interessante Sicht auf die Player und ihre Positionen in diesem aktiven und wachsenden Segment des Markts für IT-Management-Services.

Larry Dragich, Leiter Customer Experience Management und Application Performance Management bei der Auto Club Group, präsentierte 2012 eine überzeugende Visualisierung des Gartner-Modells.

Obwohl die Studie von Dragich fünf Jahre alt ist, zeigt eine Prüfung des aktuellen Gartner-Materials und anderer Quellen, dass es sich immer noch um eine der besten Erklärungen hinsichtlich Funktion und Zweck von APM handelt.

APM-Konzeptions-Framework.
Abbildung 1: APM-Konzeptions-Framework.

Dieses Framework ist auch entscheidend für das Verständnis, wie sich die Anwendungs-Performance verbessern und APM anwenden lässt. Zudem erhalten Organisationen Unterstützung bei der Frage, wie sie sicherstellen können, dass sie das erhalten, wofür sie zahlen, und welche Anforderungen die Anwendungen erfüllen müssen, die sie selbst nutzen oder ihren Kunden zur Verfügung stellen – insbesondere als Service. Daher verdient jede der fünf Komponenten des Modells eine weitergehende Betrachtung und Analyse:

  • Endbenutzererfahrung: Diese Metrik wird von Gartner besonders hervorgehoben und ist damit eines von drei Elementen in diesem Framework, denen eine besondere Priorität zukommt. Die beiden anderen sind Geschäftstransaktionen sowie Analytics und Reporting. Der entscheidende Punkt hier lautet Round-Trip-Zeit für Anfragen von Benutzeranwendungen und entsprechende Anwendungsreaktionen oder -antworten. Ein solches Monitoring kann entweder aktiv oder passiv sein. Aktives Monitoring beruht auf einem Software-Agent, der Nutzeraktivität simuliert und die Verfügbarkeit von mehreren Standorten aus überprüft. Passives Monitoring erfordert in der Regel das Mirroring von Netzwerk-Ports, um eine Appliance ohne Agent zu betreiben. Eine wichtige Betrachtung bei der Auswahl von APM-Produkten ist die Unterstützung für Analysemöglichkeiten mehrerer Protokolle – zum Beispiel SQL, Extensible Markup Language (XML), PHP, JavaScript Object Notation (JSON), jQuery und so weiter –, da Organisationen in ihr Monitoring vielleicht mehr als nur HTTP/HTTPS und rein webbasierte Anwendungen aufnehmen wollen.
  • Architektur von Laufzeitanwendungen: Diese sekundäre Komponente basiert auf Tools für die Anwendungserkennung und das Dependency Mapping, um die Zuordnung von Transaktionen und Anwendungen zu ihren unterstützenden Infrastrukturkomponenten zu automatisieren. Die Implementierung einer stabilen, zuverlässigen Anwendungsarchitektur bedeutet, ein Up- und Down-Monitoring für alle Knoten und Server, die in dieser Architektur enthalten sind, bereitzustellen – was als Bottom-up-Monitoring bezeichnet wird. Das bildet die Basis für die Ereigniskorrelation und bietet einen Einblick in die Interaktionen zwischen Netzwerktopologien und Anwendungsarchitekturen.
  • Geschäftstransaktionen: Diese primäre Komponente konzentriert sich auf URL-Seitendefinitionen oder benutzerdefinierte Transaktionen mit wirtschaftlichem Bezug oder geschäftlicher Relevanz. Ausgehend von einer großen Anzahl an eindeutigen Seitendefinitionen für einige Anwendungen, ist es sinnvoll, sie in einige wenige High-Level-Kategorien zu gruppieren. Dies unterstützt nützliche SLA-Berichte (Service Level Agreement) und hilft, geschäftsorientierte Trenddaten zur Anwendungs-Performance zu erkennen.
  • Deep Dive Monitoring von Komponenten: Diese sekundäre Komponente wird verwendet, um Details über Middleware-Elemente zur Verfügung zu stellen, die As-a-Service-Anwendungen unterstützen, inklusive der für ihren Betrieb notwendigen Web-, Anwendungs- sowie Queueing- und Messaging-Server. Sie können sogar Einblicke in die Software-Stacks von Java 2 Platform, Enterprise Edition (Java EE) oder von .NET ermöglichen und sie an benutzerdefinierte Geschäftstransaktionen binden, die in der zuvor beschriebenen Komponente gemessen werden. Die Idee dahinter ist, den Weg von der Codeausführung bis zur URL-Auslieferung und dann weiter zu Benutzeranfragen und deren Handling zu erkennen und zu messen. Dies sorgt für einen entsprechenden tiefen Einblick in Komponenten und wird meistens genutzt, um eine Basis für normale oder erwünschte Performance zu etablieren, aber auch für das Troubleshooting, wenn Probleme oder Fragen auftreten.
  • Analytics und Reporting: Diese primäre Komponente stellt eine Gruppe von Metriken dar, die für jede Anwendung erfasst und überwacht werden. Das führt innerhalb dieses Komponentenmodells auch zu einer Gesamtübersicht über die Anwendung-Performance. Es handelt sich natürlich um eine logische oder synthetische Ansicht auf Basis der von den unterschiedlichen Tools, die andere Komponenten des APM-Modells unterstützen, gesammelten Daten. Um hilfreiche Reports zu erstellen, ist es wesentlich, das Dashboard auf die wichtigsten und aussagekräftigsten Metriken zu beschränken. Darüber hinaus gilt es, die Berichte einfach genug zu halten, um relevante Einblicke und Informationen auf einen Blick zu erfassen.

Das Aktuellste von Gartner zu APM

Gartners Bericht Magic Quadrant von Dezember 2016 zu APM konzentriert sich auf drei primäre funktionale Dimensionen, die offenbar Ableger oder Weiterentwicklungen des ursprünglichen Fünf-Elemente-Frameworks sind. Dazu gehören Digital Experience Monitoring, was im Original dem User Experience Monitoring entspricht, außerdem Anwendungserkennung sowie Tracing und Diagnostics, wobei Letzteres die Aspekte von Geschäftstransaktionen, Anwendungsarchitektur und Deep Dive Monitoring kombiniert. Zu guter Letzt noch Application Analytics, was Analytics und Reporting entspricht.

Zu diesem Zweck umfassen die Schlüsselelemente einer erfolgreichen APM-Implementierung immer Folgendes:

  • einen dualen Fokus, technische Herausforderungen zu meistern und erwünschte Geschäftsergebnisse zu erreichen;
  • Vertriebstechnik, die bei der Problemlösung unterstützt, aber auch bei der Entwicklung von angepassten oder maßgeschneiderten Reports und Funktionen;
  • Unterstützung für Web-Monitoring und die Überwachung mobiler User, was tiefgreifende Metriken und eine intuitive, einfach zu bedienende Benutzeroberfläche umfasst; und
  • eine starke Instrumentierung, die alle Aspekte und Elemente von Anwendungs- und Netzwerkinfrastrukturen einschließt, darunter rasche Unterstützung für neu entstehende Technologien.

Unternehmen und Organisationen, die APM einsetzen, um die Anwendungs-Performance zu verbessern, brauchen jemanden, der über entsprechende Fachkenntnisse verfügt und zeitnahe, genaue Informationen zur Verfügung stellt, um die SLAs zu erfüllen und die Benutzererfahrungen zu optimieren. IT-Fachleute, die wissen wollen, wie sich die Anwendungs-Performance steigern lässt, sollten mit den besten APM-Produkten – wie den von Gartner genannten – arbeiten, um diese Anforderung zu erfüllen.

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Artikel wurde zuletzt im August 2017 aktualisiert

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