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Ist die Zeit reif für reine WLAN-Netze im Unternehmen?

Greifen Anwender im Unternehmen künftig primär über eine WLAN-Verbindung auf das Netzwerk und Internet zu? Dieser Artikel liefert die Antwort.

Unternehmen prüfen derzeit, inwieweit sie ihre kabelgebundene Infrastruktur durch ein komplett über WLAN betriebenes Netzwerk ersetzen können, da neue, noch schnellere WLAN-Standards zur Verfügung stehen und Mitarbeiter ortsunabhängig arbeiten wollen. Dieser Artikel untersucht die Herausforderungen, denen die IT-Abteilung eines Unternehmens gegenübersteht, wenn sie das Kerngeschäft der Firma in Richtung Hochgeschwindigkeits-WLAN bewegt. Zudem beleuchtet der Text Technologien, die für den umfassenden WLAN-Zugang in Unternehmen erforderlich sind.

Angehende drahtlose Unternehmen

Der typische Administrator von Unternehmensnetzwerken steht heute vor vielen Herausforderungen. Eine der größten ist die zunehmende Zahl von (mobilen) Geräten, die auf das Netzwerk zugreifen und entsprechend Bandbreite benötigen. Da Bring Your Own Device (BYOD) mittlerweile in vielen Umgebungen zum Standard gehört, müssen Unternehmen jetzt eine Vielzahl von Anwendungen für mobile Benutzer anbieten – von Tabellenkalkulation bis hin zum Video-Streaming. Darüber hinaus müssen diese Services rund um die Uhr (24/7) reibungslos funktionieren.

Wenn sie in ihrem Unternehmen WLAN als primären Zugriff für Benutzer etablieren wollen, müssen Administratoren und Netzwerkarchitekten klären, wie sie die folgenden Ziele erreichen wollen:

  • Hochverfügbarer und sicherer Wireless-Zugriff für Mitarbeiter und Lieferanten auf das interne Netzwerk sowie Zugang für Gäste und Geschäftspartnern in der Eingangshalle und in Konferenzräumen.
  • Auswahl geeigneter Tools und Aufbau einer leistungsfähigen Infrastruktur für Daten, Sprache und Video.
  • Automatisierte Provisionierung und Bereitstellung drahtloser Technologien im gesamten Unternehmen
  • Management der WLAN-Lösung mit Hilfe von Service Level- und Leistungskennzahlen insbesondere für unternehmenskritische Anwendungen und Dienste.

Beim Aufbau eines drahtlosen Unternehmensnetzwerks und beim Übergang zum umfassenden WLAN-Zugriff ist es mit dem Upgrade der drahtlosen Schnittstellen und Access Points auf die neuesten und schnellsten Standards alleine nicht getan. Unternehmen müssen auch in die zugrunde liegende Infrastruktur investieren.

Vorteile von 802.11n und 802.11ac

Werfen wir einen Blick auf die Standards. Während 802.11n theoretisch Geschwindigkeiten von bis zu 600 Mbit/s mit einer Kanalbreite von 40 MHz unterstützt, bietet die relativ neue Spezifikation für 802.11ac Wave 2 (auch 802.11ac 2013 Update genannt) bis zu 7 GBit/s Durchsatz im 5-GHz-Spektrum. Sie verdoppelt die Kanalbreite auf 80 MHz, bietet die MIMO-Technologie (Multiple Input Multiple Output), Beamforming-Antennentechnik für eine bessere Interoperabilität und kann wichtigen Datenverkehr priorisieren, der ohne große Latenzen weitergeleitet werden soll. 802.11ac liefert damit die optimale Basis für ein Wireless-Unternehmen. Hier die wichtigsten Vorteile von 802.11ac:

  • Weniger Störungen: Da das 5-GHz-Band nicht so häufig wie das 2,4 GHz-Band von 80211.n verwendet wird, sind Benutzergeräte weniger anfällig für Störungen oder Interferenzen durch andere Clients.
  • Höhere Bandbreite und Sendezeit: Da die Kanalbreite von 80 MHz höhere Geschwindigkeiten ermöglicht, können Benutzer sich schneller beim Netzwerk an- oder abmelden. Dadurch bleibt mehr Sendezeit für andere Benutzer übrig.
  • Mehr Benutzer: Die MIMO-Technologie erhöht die Anzahl der Benutzer, die das Netzwerk gleichzeitig verarbeiten kann. Da jeder Access Point die verfügbaren Signale aufteilt, vervierfacht sich die Benutzerdichte.
  • Sprache und Video: 802.11ac eignet sich sehr gut für Audio- und Video-Streaming.

Obwohl viele kleine und mittlere Unternehmen den 802.11ac-Standard wegen der höheren Bandbreite und besseren Funktionen einsetzen, sind größere Unternehmen aus gutem Grund etwas vorsichtiger.

Sorgfältige Planung der WLAN-Umgebung

Administratoren in Unternehmen sollten daher die Implementierung einer WLAN-Infrastruktur gründlich planen.

Obwohl 802.11ac abwärtskompatibel zu den Standards 802.11n, 802.11a und 802.11b ist, kann ein Netzwerk mit gemischten Client-Technologien vor allem das Tempo von 802.11ac-Clients drosseln. Aus diesem Grund achten Unternehmen darauf, dass sie alle Access Points und Wireless-Schnittstellen ihrer WLAN-Infrastruktur gleichzeitig auf den neuesten Stand bringen.

Alle Access Points im Unternehmen sollten mit dem neuesten Standard voll kompatibel sein und sich auf Basis von Controllern einfacher konfigurieren und verwalten lassen. Zudem ist erforderlich, dass sie die Geräte intelligent auf den nächsten Access Point mit dem stärksten Signal lenken und nach Analyse der sich ändernden Netzwerkbedingungen die beste Kanalbreite auswählen, ohne die Nutzererfahrung zu beeinflussen.

Auch Deployment- und Management-Tools spielen beim erfolgreichen Übergang auf WLAN eine wichtige Rolle. Sie müssen stabil, integriert und einfach verfügbar sein (Web- oder Cloud-basiert) sowie WLAN-Zonen im Netzwerk automatisch einrichten, um manuelle Konfiguration zu vermeiden. Da die Anzahl der Benutzer und Geräte künftig weiter steigen wird, sollten die Management-Tools Administratoren in die Lage versetzen, die Sendezeit und Bandbreite prozentual über verschiedene Arten von Benutzern oder Geräten bereitzustellen, um die hohe Servicequalität zu gewährleisten.

Kabel-Infrastruktur verbessern

Höhere Datenraten für 802.11ac können dazu führen, dass Unternehmen auch die Kabelinfrastruktur verbessern müssen. Netzwerkarchitekten und Administratoren sollten neue Ethernet-Standards wie 802.3by (25 GbE) und 802.3bz (2,5G / 5GBASE-T) berücksichtigen, wenn sie den Aufbau einer 802.11ac-Infrastruktur planen.

Das 802.3by-Projekt will Backplanes, Twinaxialkabel und Multimode-Glasfaser standardisieren. 802.3bz definiert Standards für 2,5 GbE und 5 GbE für 100-Meter-Cat5e- und Cat6 UTP-Verkabelung, um Beschränkungen von Access Points zu überwinden, die 1G (1000BASE-T) 802.11ac-Datenraten nicht unterstützen und bei denen der bestehende 10GBASE-T-Standard mit Cat5e-Verkabelung eine Reichweite von 100 Metern nicht erreicht.

Fazit

Da die höheren Geschwindigkeiten und Kapazitäten von aktuellen und zukünftigen WLAN-Standards bessere WLAN-Leistung versprechen, eignen sie sich für den Einsatz in Unternehmen. Die Anforderungen beim Aufbau eines Hochgeschwindigkeits-WLANs sind jedoch etwas komplizierter und erfordern eine detaillierte Planung, um diese neuen Netze erfolgreich zu implementieren, zu verwalten und zu warten.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2016 aktualisiert

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