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IT Operations Analytics: Darauf sollten Unternehmen bei ITOA achten

Dieser Artikel zeigt, was sich hinter IT Operations Analytics (ITOA) verbirgt und worauf Firmen bei der Auswahl eines ITOA-Tools achten sollten.

IT-Umgebungen werden immer komplexer und erzeugen eine Fülle von Systemdaten wie Log-Dateien, Echtzeit-Messwerte zur Leistung des Netzwerks und vieles mehr. Zudem wandelt sich die IT-Landschaft in Unternehmen permanent. Diese Mischung aus Komplexität und häufigen Änderungen erschwert die Suche und Behebung von Systemfehlern erheblich; in einige Fällen kann es nahezu unmöglich sein, die Ursachen von Problemen zu entdecken.

Gleichzeitig müssen Netzwerkprofis in der Lage sein, schnell und effektiv auf Leistungsprobleme und Ausfälle zu reagieren. Sie sollten potenzielle Probleme vorhersagen und Bugfixes automatisieren können, bevor Benutzer und das Unternehmen von Fehlern betroffen sind. Sie benötigen zudem ein Tool für den IT-Betrieb, das aus der großen Menge an Betriebsdaten relevante, nützliche Informationen herausfiltert.

Hier kommt IT Operations Analytics (ITOA) ins Spiel.

IT Operations Analytics kurz erklärt

ITOA sammelt und analysiert Daten aus vielen verschiedenen Quellen innerhalb eines Unternehmens und liefert wichtige Erkenntnisse, mit deren Hilfe das Management fundiertere Entscheidungen rund um den IT-Betrieb und um Business-Services treffen kann. Dabei setzt ITOA auf Big-Data-Prinzipien und -Technologien, um die Analyse von IT-Betriebsdaten zu automatisieren. Ziel ist es, bestimmte Muster und Probleme zu identifizieren.

Die Administratoren großer IT-Landschaften nutzen in der Regel Tools, um die Leistung des Netzwerks (NPM; Network Performance Monitoring) und von Anwendungen (APM; Application Performance Monitoring) zu überwachen. Während NPM-Tools die Netzwerk- und Serverleistung sowie andere Komponenten der Infrastruktur kontrollieren, konzentrieren sich APM-Tools stärker auf Anwendungen und Transaktionen. Doch häufig beeinträchtigt eine Anwendung die Systemleistung, oder ein Problem mit der Infrastruktur verhindert, dass ein Nutzer eine Applikation ausführen kann. Daher müssen Netzwerk-Administratoren wissen, was in beiden Bereichen (Netzwerk und Anwendungen) passiert ‑ und zwar in Echtzeit.

IT Operations Analytics führt automatisch Informationen aus vielen Datenquellen zusammen und ermöglicht so eine Echtzeitübersicht der Systeme und Anwendungen. Diese Übersicht vereinfacht zusammen mit dem Erkennen von Mustern und Anomalien die Fehlersuche und -behebung erheblich. Damit entfallen nahezu sämtliche manuelle Prozesse, die notwendig waren, um festzustellen, inwieweit sich Änderungen an der Infrastruktur auf die Leistung von Anwendungen auswirken.

Mit ITOA können Netzwerkprofis Probleme zudem vorhersagen und proaktiv im Vorfeld verhindern. Wenn sie kritische Situationen nicht rechtzeitig erkennen und beheben, bevor sie die Anwender oder den Geschäftsbetrieb beeinflussen, kann es zu Engpässen, längeren Reaktionszeiten oder gar zu Ausfällen des Systems kommen. Da ITOA im Regelfall Predictive Analytics sowie Baselines und Trendanalyse bereitstellt, können Administratoren Ressourcen-Engpässe und Verfügbarkeitsprobleme besser managen oder gar vermeiden.

So funktioniert IT Operations Analytics

ITOA-Software kann entweder lokal verwaltet oder über einen Cloud-Provider abgerufen werden. Die Software erfasst Daten von laufenden (Live-)Systemen, einschließlich Betriebssystemen, Hypervisoren, Netzwerkgeräten und Sensoren sowie Log-Daten etwa von Anwendungen, Datenbanken, Geräten und aus dem Web. Die Daten werden in einem Datenspeicher gelagert und indiziert.

Dort normalisiert und transformiert ITOA strukturierte sowie unstrukturierte Daten und verwandelt sie in nutzbare Informationen. Die Daten können unterschiedliche Arten von KPIs (Key Performance Indicator) umfassen. Dazu gehören zum Beispiel aktive Netzwerkverbindungen, Auslastung der Server-CPU, Muster bei der Nutzung von Anwendungen oder Messwerte zur Reaktionszeit der Benutzer. Viele ITOA-Tools lernen, welcher Zustand für ein System, Netzwerk oder eine Umgebung normal ist und legen entsprechende Basiswerte (Baseline) fest. Dann identifizieren sie Muster und erkennen Anomalien in den Daten, vor allem in Log-Daten und Netzwerkaufzeichnungen.

Im letzten Schritt sendet die ITOA-Software Warnmeldungen an eine Verwaltungskonsole. Diese empfiehlt Maßnahmen, mit denen Administratoren auf Probleme reagieren können. Ein Echtzeitalarm wird ausgelöst, wenn ein Schwellenwert überschritten wird oder eine Kennzahl von einer erwarteten Norm abweicht. Da die meisten ITOA-Produkte auch Vorfälle priorisieren, können sich Netzwerk-Administratoren auf kritische Probleme konzentrieren und Themen mit geringerem Risiko erst dann bearbeiten, wenn es zeitlich passt.

Wichtige Funktionen von IT Operations Analytics

Da sich ITOA stetig weiterentwickelt, existiert kein Standardmodell, mit dem sich die Angebote der Hersteller bewerten lassen. Mittlerweile gibt es viele Anbieter auf dem Markt, die sich vor allem auf große Unternehmen konzentrieren. Einige Anbieter haben auch mittelständische Firmen im Blick.

ITOA-Software sollte vor allem folgende Funktionen bieten:

  • Domänenübergreifende Sammlung und Berichte. Ein umfassendes ITOA-Tool sollte Log- und Echtzeitdaten über die komplette Infrastruktur eines Unternehmens hinweg sammeln, sprich aus der physischen, virtuellen und der Cloud-Umgebung. Diese Informationen sollten sich automatisch Ereignissen oder Anwendungsgruppen (Benutzergruppen und Computern) zuordnen lassen und in Warnmeldungen sowie Berichte für das Lösen von Leistungs- und Verfügbarkeitsproblemen einfließen.
  • Erstellen von Baselines: Das Tool sollte aus historischen Trenddaten Basiswerte erstellen, die den normalen Zustand einer System- oder Netzwerkumgebung wiedergeben.
  • Automatisierte Log-Analyse und Predictive Analytics. Dazu gehören die automatisierte Erkennung von Anomalien sowie eine Verhaltensanalyse auf Basis von maschinellem Lernen. Predictive Analytics verwendet ein selbstlernendes Verhalten, das aus vergangenen Ereignissen abgeleitet ist, um vorherzusagen, wann Probleme in der Zukunft auftreten können. Auf diese Weise lassen sich auch zukünftige Trends prognostizieren, die für die Kapazitätsplanung und Zuweisung von Ressourcen nützlich sein können.
  • Skalierbarkeit. Die Datenmenge steigt kontinuierlich an. Daher muss die ITOA-Software in der Lage sein, die neue Last ohne Ausfallzeit oder größere Upgrades zu bewältigen.
  • Einfache Installation und Bedienung. Die gewählte ITOA-Software sollte in wenigen Minuten oder Stunden anstatt Tagen oder Wochen einsatzbereit sein. Die Dashboards sollten klar, präzise und anpassbar sein, um eine effiziente Ursachenanalyse und Fehlerbehebung zu ermöglichen.

Wichtig: Manche Hersteller bieten ein umfassendes Produkt mit allen wichtigen Komponenten an, während andere Anbieter nur separate Module für spezifische Funktionen wie Protokollanalyse oder Predictive Analytics auf den Markt bringen.

Fazit

Mit diesen Informationen rund um IT Operations Analytics sind Unternehmen für Gespräche mit potenziellen Anbietern gerüstet. Dabei sollten sie eine Übersicht aller bestehende Systemen und Anwendungen ihrer IT-Umgebung mit im Gepäck haben und die Hersteller nach einer Liste aller Datentypen, Netzwerke und Plattformen fragen, mit denen ihr Produkt arbeitet. Die meisten Anbieter decken zwar eine breite Palette an Standards ab, sie können aber nicht die Kompatibilität mit allen eingesetzten Datenformaten oder Systemen garantieren. Dies gilt vor allem für veraltete Legacy-Versionen.

Um die Produkte besser bewerten zu können, sollten Unternehmen mehrere spezifische Anwendungsszenarien erstellen, die der Anbieter lösen muss. Diese Beispiele stehen für geschäftliche oder technische Herausforderungen, mit denen das Unternehmen aktuell konfrontiert ist. Denn mit einem bestimmten Szenario im Kopf lassen sich die Funktionen und damit auch die Qualität der Produkte viel besser vergleichen.

Zudem gilt: Testen Sie die Software immer in ihrer eigenen IT-Umgebung und verlassen Sie sich nicht auf die Demos der Hersteller. Besonderheiten in der zugrunde liegenden IT-Infrastruktur können die Funktionsweise eines ITOA-Produkts durchaus beeinflussen.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2017 aktualisiert

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