Checkliste: Fünf Schritte, um die Netzwerk-Effizienz im Unternehmens-LAN zu verbessern

Firmen müssen immer mehr auf Kosten achten und die vorhandenen Ressourcen effizienter nutzen. Mit diesen fünf Schritten und Tipps gelingt Ihnen das.

In modernen Unternehmens-Netzwerken wird von Administratoren erwartet, dass sie sehr umfangreiche Services anbieten. Gleichzeitig schrumpfen allerdings die IT-Budgets und sind niedriger als jemals zuvor. Um den Spagat zu den Anforderungen zu meistern, müssen Administratoren intern nach kreativen Lösungen suchen.

Ein Schlüssel für den Erfolg ist Netzwerk-Effizienz. Die Frage ist nur, wo man damit beginnen soll? Lapidar gesagt teilt sich Netzwerk-Effizienz in zwei individuelle Lager: absolute Effizienz und Ressourcen-abhängige Netzwerk-Effizienz. Bei ersterem untersucht man, wie man die Bedürfnisse der Firma mit den geringst möglichen Ressourcen zufriedenstellt. Dazu gehören zum Beispiel Strom und Platz. Ressourcen-basierte Netzwerk-Effizienz ist der beste Weg, um ungenutzte Betriebsmittel besser einzusetzen. Hier sprechen wir zum Beispiel von Netzwerk-Karten, Stromversorgung und CPU-Zyklen.

Überlegungen zu absoluter Effizienz sind während der Design- und Aufbau-Phasen der Unternehmens-Infrastruktur einfacher zu bewältigen. Sobald ein Stück Equipment in einem Rack verbaut ist, tut man sich bezüglich Änderungen wesentlich schwerer. Ressourcen-basierte Effizienz ist ein laufender Prozess. Damit versuchen Sie, die vorhandenen Mittel immer optimal zu nutzen. Leider lässt sich kein Zauberstab schwingen, um die Netzwerk-Effizienz über Nacht zu verbessern. Allerdings gibt es Mittel und Wege, um die Kosteneffizienz in Bezug auf Ihr Unternehmens-Netzwerk zu optimieren. Hier ist eine Checkliste mit fünf entscheidenden Punkten, die Ihnen dabei helfen sollen.

  1. Schätzen Sie Ihre Standards neu ein.
    Was würden Sie tun, wenn Sie einen Grüne-Wiese-Standort hätten? Nehmen wir an, dass Sie sich in einem kontinuierlichen Roll-Out befinden. In diesem Fall wird es schwer sich der Trägheit zu entziehen, standardisiertes Equipment einzusetzen. Sie gingen dann von der Annahme aus, dass Einheitlichkeit Ihr Leben irgendwie einfacher macht. Zu viel Konsistenz bei der Standardisierung könnte Ihre Anforderungen möglicherweise niemals befriedigen. Im schlimmsten Fall setzen Sie weiterhin obsolete Plattformen ein. Netzwerk-Hersteller verbessern andauernd Ihre Portfolios. Mit dem Lauf der Zeit Schritt zu halten ist essenziell. Ansonsten installieren Sie irgendwann einen gigantischen Router in einer winzigen Niederlassung.
  2. Berücksichtigen Sie Angelegenheiten, die (noch) nicht Ihr Problem sind.
    Sind Sie für eine bestimmte Anzahl an Geräten zuständig, schlagen sich alle irgendwo auf der Stromrechnung nieder. Vielleicht ist es jetzt noch nicht relevant. Aber irgendwann wird ein Gebäude-Manager an Ihre Tür klopfen und Sie auffordern, etwas gegen den Stromhunger zu unternehmen. Möglich ist auch, dass man diese Kosten in Ihr eigenes und sowieso schon knappes Budget stecken möchte. Viele Firmen sind immer mehr physischem Druck ausgesetzt. Ein Serverraum hat möglicherweise vor 15 Jahren monströsen Mainframes ein Zuhause gegeben. Diesen Raum in der heutigen Zeit quasi leer stehen zu lassen, wo sich zwei Mitarbeiter einen Schreibtisch teilen, ist einfach unsinnig. Moderne und physisch dichtere Switche brauchen weniger Platz und Kühlung als Vorgänger-Modelle. Denken Sie beim Einsatz von besserem Equipment auch daran, was das für Vorteile hinsichtlich des Gebäudes mit sich bringt.
  3. Scheuen Sie sich nicht vor „Rauswerfen und Ersetzen“.
    Überwinden Sie Ihren Sammler-Instinkt. Der Weg zu einem effizienteren Unternehmens-Netzwerk hat natürlich seinen Preis. Deswegen müssen Sie alle eingesetzten Geräte ausnahmslos neu überprüfen und einschätzen. Gibt es eine bessere Alternative zu bestimmten Geräten, müssen Sie dem nachgehen. Vermeiden Sie dabei den Einsatz von Technologien, die auf der Grundlage vermarktet werden, Ihnen später kostspielige Upgrades zu ersparen. Ansonsten zahlen Sie für Optionen, die Sie niemals brauchen. Weiterhin laufen Sie Gefahr, dass die Technologie bereits beim Öffnen der Schachtel veraltet ist. Wenn Sie an ungeeigneten Technologien festhalten, bindet das womöglich Kapital und operative Kosten bis in alle Ewigkeit.
  4. Machen Sie sich Gedanken über den Management-Overhead und fangen Sie mit Automatisierung an.
    Es ist natürlich verlockend, an einem einzigen Hersteller oder Netzwerk-Betriebssystem fest zu halten. Sie kennen die Kommandozeile, die Eigenheiten der Produkte und so weiter. Müssen Sie allerdings täglich mehrere hundert Änderungen am Netzwerk der Firma vornehmen, ist das ein perfektes Rezept für Ineffizienz und Wahnsinn. Tools wie zum Beispiel Puppet, Chef und Ansible ziehen nun die Aufmerksamkeit der Hersteller auf sich. Damit können Sie kleine und große Netzwerk-Änderungen Plattform-übergreifend durchführen. Investieren Sie Zeit in Netzwerk-Automatisierung, reduzieren Sie damit massiv den Aufwand für das Tagesgeschäft. Somit haben Sie mehr Raum für andere produktive Tätigkeiten. Möglicherweise ist das sogar gut für Ihre Karriere.
  5. Einschätzen und optimieren. Dann das ganze Spiel von Vorne.
    Um die beste Effizienz basierend auf den Ressourcen zu erreichen, müssen Sie Ihre Umgebung in recht geringen Zeitabständen kontinuierlich einschätzen und optimieren. Automatisierungs-Tools bringen einen weiteren Vorteil für diese Veränderungen mit sich. Sie können damit schnell das gesamte Netzwerk anpassen. Ein Gerät nur hinstellen und dann nie wieder anrühren, führt zwangsläufig zu geringer Auslastung und schlechter Optimierung. Sie müssen die Auslastung der Ressourcen immerzu im Auge behalten und gegebenenfalls optimieren. Das gilt für die Kern-Komponenten, WAN, Cloud und so weiter.

Sie können sehr leicht einige Millionen für Performance-Management-Tools für ein relativ überschaubares Firmengelände ausgeben. In meinen Augen ist das ein Fluch, der sich unter einem Deckmantel der Effizienz tarnt. Eine pragmatischere Herangehensweise ist das Aussuchen von Produkten basierend auf den Anforderungen. Dazu gehören die Auslastung von virtuellen Servern, der Netzwerk-Kapazität und das Monitoring von Zwischenfällen. In den meisten Fällen ist es besser, eine oder zwei Sachen sehr gut zu erledigen, statt eine Eierlegenden Wollmilchsau einzusetzen, die alle Bereiche irgendwie abdecken soll.

Durch die Kommodifizierung sind fortgeschrittene Features in unser Leben getreten, die früher nur in Premium-Produkten zu finden waren. Somit können Sie Geräte basierend auf der absoluten Effizienz nun wesentlich einfacher auswählen. Allerdings werden immer noch zu wenigen Gedanken in Ressourcen-basierte Effizienz gesteckt. Fakt ist, dass in vielen Firmen die Einkäufer nicht die Leute sind, die das Equipment später warten müssen. Somit ist es wenig überraschend, dass sich viele Verantwortliche nach Effizienzsteigerungen im Netzwerk umsehen.

Über den Autor:  Glen Kemp ist Enterprise-Solutions-Architekt bei einem in Großbritannien ansässigen Services-Provider. Er designt und installiert Netzwerke und Applikations-Security-Tools. Dazu gehören Zugriffskontrolle, Remote-Zugriffe, Firewalls und andere „die bösen Buben draußen halten“-Technologien. Weiterhin bringt er Erfahrung als professioneller Service-Consultant mit, der Lösungen und keine Traumschlösser verkauft. Sie finden seine Blogs unter sslboy und Packet Pushers Podcast. Auf Twitter ist er unter @ssl_boyerreichbar.

Artikel wurde zuletzt im Januar 2014 aktualisiert

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