Aus der Sicht eines WAN-Managers: Data Center miteinander verbinden

Virtualisierung verändert die WAN-Landschaft und das Wie müssen WAN-Manager verstehen. Verknüpfte Data Center haben durch die Cloud eine andere Rolle.

Der Zusammenschluss von Data Centern diente traditionell, um Daten vom primären zu einem Disaster-Recovery-Standort oder einem Backup Data Center zu übertragen. Virtualisierung und Cloud Computing verteilen die Rollen der Zusammenschlüsse von Data Centern allerdings neu. WAN-Manager müssen deswegen mit einem neuen Blickwinkel an die Sache herangehen, weil WAN-Verbindungen heutzutage eine entscheidende Komponente darstellen.

Traditionelle Data-Center-Verknüpfungen haben einfach Daten zu untätigen Backup-Standorten repliziert. Letztere kamen lediglich dann zum Einsatz, wenn das primäre Data Center einen Ausfall zu beklagen hatte oder mit dem anfallenden Netzwerk-Traffic nicht mehr zurechtkam. Durch den Einsatz von Virtualisierung und Cloud Computing können Unternehmen Ressourcen via Load Balancing aber auf mehrere Standorte dynamisch verteilen. CIOs sehen Backup Data Center heutzutage als zusätzliche produktive Stätten, die mit ihren Ressourcen Applikationen und Dienste unterstützen können. Somit sind Data-Center-Zusammenschlüsse zu mehr als einer einfachen Replikation herangewachsen. Die Ansprüche an die WAN-Leitungen steigen dabei. WAN-Manager müssen das sich verändernde Ökosystem innerhalb des Data Centers verstehen und erfassen. Eine Vorbereitung auf die erhöhte Nachfrage der WAN-Verbindungen ist zwingend notwendig. Nur so lassen sich mehrere Data Center im Hinblick auf die Zukunft des Cloud Computing miteinander verbinden.

Die WAN-Voraussetzungen für traditionelle Zusammenschlüsse von Data Centern

Die minimale Voraussetzung für einen traditionellen Zusammenschluss eines primären und sekundären Data Centers ist eine Wide-Area-Network-High-Speed-Verbindung. Typische von Providern angebotene WAN-Lösungen enthalten MPLS, Metro Ethernet, Ethernet und VPLS. Jede dieser Lösungen bietet hohe Bandbreiten, geringe Latenzzeiten, sowie Layer-2- oder Layer-3-Zugriff zwischen den Data Centern. Unternehmen können diese schnellen Verbindungen mit WAN-Optimierungs-Appliances an jedem Endpunkt noch schneller machen. Das kommt natürlich der Verknüpfung der Data Center zugute. WAN-Optimierung wirkt sich positiv auf die Effizienz der Transfer-Protokolle aus und verringert das Volumen der Datenübertragung mithilfe von Komprimierung und Deduplizierung.

Optionen im Hinblick auf Carrier Ethernet funktionieren ebenfalls gut für Disaster-Recovery-Lösungen. Hier wird die Verbindung zwischen den Standorten innerhalb eines Service-Provider-Netzwerks und nicht im Data Center direkt verwaltet. Sollte im primären Data Center ein Problem auftreten, bleiben die anderen Unternehmens-Standorte weiterhin verbunden. Netzwerk-Traffic lässt sich dann einfach zu einem sekundären Data Center temporär umleiten.

Data-Center-Zusammenschlüsse für virtualisierte Umgebungen

In einer komplett virtualisierten Umgebung dienen sekundäre Data Center nicht mehr länger als Backup-Standorte. Sie sind in den Augen des Infrastruktur-Managers vielmehr ein Teil eines größeren Ressourcen-Pools bezüglich Computing. WAN-Manager stellen vielleicht fest, dass eine bestehende Data-Center-Verknüpfung den Ansprüchen dieser neuen Cloud-Architektur nicht mehr gerecht wird.

Virtuelle Maschinen und Arbeitsprozesse wandern auf den physikalischen Servern umher. Damit wird die Leistung optimiert und der Stromverbrauch minimiert. Die Mobilität der virtuellen Maschinen wirkt sich nachhaltig auf das Data-Center-Design und die WAN-Ansprüche aus. Unternehmen können virtuelle Maschinen innerhalb der Data Center verschieben und somit die Applikationen und Dienste näher an die Endkunden bringen. Auch eine Auslagerung in einen Off-Site-Cloud-Dienst ist denkbar.

Die Voraussetzung für Mobilität bezüglich virtueller Maschinen ist ein Layer-2-Netzwerk. Das gilt sowohl für die Server innerhalb desselben Data Centers als auch für eine Verknüpfung von Data-Centern. Ein Layer-2-Netzwerk ist funktionell äquivalent zu einem physikalischen Ethernet Switch. Auf dieser Ebene können sich virtuelle Maschinen von einer Hardware auf die andere bewegen. Dabei behalten Sie bei jedem Sprung die selben Layer-3-Informationen (TCP/IP) bei. Ineinander fließende Storage-Technologien, wie zum Beispiel Fibre Channel over Ethernet (FcoE), favorisieren ebenfalls ein Netzwerk mit geringer Latenzzeit.

VPLS (Virtual Private Lan Service) wird normalerweise genommen, um ein Layer-2-Netzwerk über große Entfernungen zu stemmen. VPLS kann also die WAN-Verknüpfung zwischen zwei Data Centern darstellen und viele Service Provider bieten diese Technologie an. Ungleiche Data Center erscheinen dann als ein großes Ganzes. VPLS tunnelt ein Layer-2-Netzwerk zwischen den Data Centern mithilfe des MPLS-Netzwerks eines Anbieters. Damit ist eine weitere komplexe Konfigurations-Schicht und Overhead im Wide Area Network hinzugekommen. Um sich als ganzheitliches Mesh-Netzwerk (jeder mit jedem verbunden) ausgeben zu können, muss ein VPLN-Tunnel zwischen allen Seiten eines Unternehmens-Netzwerks eingerichtet sein. „MPLS ist sehr statisch. VPLS kann allerdings ziemlich komplex werden, wenn man ein Mesh-Netzwerk aufsetzen möchte“, sagte Andre Kindness, ein Senior Analyst von Forrester Research.

Ciscos OTV (Overlay Transport Virtualization) ist eine Herangehensweise an das Problem. Es stellt verknüpften Data Centern die notwendige Agilität zur Verfügung. OTV erzeugt Layer-2-Tunnel zwischen den Data Center Switches über existierende Layer-3-WAN-Netzwerke. Somit wird das darunterliegende WAN vor den Data-Center-Umgebungen verschleiert.

Die Automatisierung von lokalen und Wide-Area-Netzwerken ist für Unternehmen essentiell, wenn Sie Data Center als Teil einer einheitlichen und virtualisierten Umgebung nutzen möchten, sagte Kindness. Die meisten WAN-Manager ändern Netzwerk-Konfigurationen manuell. Dazu gehören Quality of Service (QoS) und andere Policies. Sobald die Verknüpfung von Data Centern die tägliche Migration von hunderten oder tausenden an virtuellen Maschinen unterstützt, ist eine manuelle Herangehensweise unmöglich.

Artikel wurde zuletzt im Januar 2011 aktualisiert

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