Freund oder Feind? – Eine breite Beurteilungsbasis erleichtert die Entscheidung

Wie IronPort mittels webbasierer Reputationsdatenbank die Mailsicherheit erhöht

12.11.2010 | Autor: Joachim Zubke

Wie IronPort mittels webbasierer Reputationsdatenbank die Mailsicherheit erhöht
Joachim Zubke, Senior Consultant bei der Avodaq AG in Hamburg.

Die Gefahren, denen ein Unternehmensnetzwerk ausgesetzt ist, sind heute vielfältiger denn je. Für Sicherheitssysteme wird es dabei zunehmend schwerer, Angriffe zu erkennen und die Qualität von Daten zu bewerten. Eine Lösung bietet die korrelierte Datenanalyse mittels überwachender Netzwerke.

Der zunehmende Variantenreichtum von schädlichen Programmen und die in immer kürzer werdenden Abstände, in denen solche Malware erscheint, stellt Sicherheitsfirmen vor ein Problem: Sie kommen mit dem Erstellen von Updates für ihre Produkte kaum nach. Laut Angaben von Damballa, Anbieter von IT-Sicherheitslösungen, vergehen im Schnitt etwa 54 Tage, bis nach dem Auftauchen einer Schadsoftware ein entsprechendes Update für die Antivirensoftware verfügbar ist. Während eines Tests blieb von 200.000 verschickten Malware-Samples die Hälfte in den Unternehmen mindestens einen Tag unentdeckt. Rund 15 Prozent der Schadsoftware wurde sogar während der gesamten 180-tägigen Untersuchungsdauer nicht identifiziert.

Die IT-Verantwortlichen in Unternehmen stehen bei der Abwehr von Gefahren aus dem World Wide Web häufig vor einem weiteren, schier unlösbaren Dilemma. Wenn sie verhindern wollen, dass uner-wünschte Daten in das Netzwerk gelangen, können sie nicht einfach ihre Kontrollsysteme beliebig verschärfen. Denn das führt beispielsweise bei E-Mails ab einem gewissen Punkt dazu, dass seriöse Nachrichten nicht mehr sicher zugestellt werden. Das Problem: Einzelne Produkte wie Firewalls, SMTP-Gateways (Simple Mail Transfer Protocol) für E-Mails oder IPS-Sensoren können anhand ihrer eigenen Informationen oft nicht mehr eindeutig unterscheiden, ob Datenströme gut oder schlecht sind.

Die Lösung für die immer komplexer werdenden Sicherheitsanforderungen liegt in der korrelierten Datenanalyse. Dabei werden die fehlenden Informationen in einem riesigen globalen Netzwerk ge-pflegt. Dieses steuert eine Vielzahl von ergänzenden Details zu den herkömmlichen Systemen bei und ermöglicht damit eine zuverlässige Gefahrenbewertung auf Basis unterschiedlichster Parameter.


Ein neuer Ansatz

Pionier dieses neuen Ansatzes ist das US-Unternehmen IronPort, das im Jahr 2003 die internetbasierte Reputationsdatenbank SenderBase entwickelte. Ziel war es, die Vertrauenswürdigkeit von E-Mail-Absendern zu analysieren. Als Entscheidungsgrundlage dienen mehr als 110 Parameter, die in Abhän-gigkeit von statistischen Daten analysiert werden.

Diese weltweit erste und größte Datenbank dieser Art legt zehnmal mehr Informationen zugrunde als konkurrierende Reputationsdienste. Gespeist wird SenderBase aus einem riesigen globalen Netzwerk von mehr als 100.000 teilnehmenden Organisationen. Pro Tag werden Daten von über fünf Milliarden E-Mails ausgewertet und Informationen von mehr als 20 Millionen IP-Adressen gespeichert – das ent-spricht rund einem Viertel des weltweiten E-Mail-Verkehrs. Das System registriert beispielsweise die Anzahl der gesendeten Nachrichten, die Akzeptanz von Return-E-Mails, das Herkunftsland und die Beschwerden nach erfolgtem Spam-Versand.

weiter mit: Weltmeister bei der Spam-Abwehr

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Redakteur: Andreas Donner
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