Mit einem bloßen Software-Upgrade ist es nicht getan. Der Schritt zum Mobilfunknetz der vierten Generation per Long Term Evolution (LTE) muss doch einen tieferen Graben überwinden, als bisher bekannt.
Siegmund Redl ist der Chef von Qualcomm Deutschland. Das Unternehmen hat als Chipdesigner wesentlich am LTE-Standard mitgewirkt.
Der Mobilfunkstandard nutzt neue Frequenzbänder und ein anderes Modulationsverfahren. Allerdings können mehr Daten weiter übertragen werden. In Kombination mit der „Digitalen Dividende“ könnte Mobilfunk Breitband nahezu in jeden Winkel Deutschland funken.
Doch diese Neuartigkeit stößt an Hürden: die Frequenzvergabe, die Notwendigkeit bisherige Netze aus- und umzubauen und die Endgeräte mit neuer, zusätzlicher Technik auszustatten sowie die Hand-offs zu den GDM und 3G-Netzen, die nicht von heute auf morgen verschwinden, zum Beispiel. Außerdem: Was ist eigentlich mit Quality of Service(QoS) und Sprachübermittlung im IP-Funknetz?
Doch wie Redl in dem rund 15minütigen Interview mit der SearchNetworking-Redakteurin Ulrike Ostler ausführt, haben Hersteller und Carrier eventuell sogar genügend Zeit, die Migration vorzubereiten. Denn die große Zeit der UMTS, beziehungsweise HSDPA-Netze komme erst noch: „Wir stehen vor eine richtigen Welle.“
Zum Nachlesen:
Was der 4G-Standard LTE kann, wenn es in einem Jahr los geht
http://www.searchnetworking.de/themenbereiche/drahtlose-netzwerke/standards/articles/204493
Mobilfunkbetreiber drängt es zu Long Term Evolution und Gigabit/s
http://www.searchnetworking.de/themenbereiche/grundlagen/forschung-entwicklung/articles/156794
Tara! LTE von Bonn bis Barcelona
http://www.searchnetworking.de/themenbereiche/drahtlose-netzwerke/standards/articles/171388