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Wo liegt der Unterschied zwischen den SDN-Angeboten von Broadcom und Intel?

Intel und Broadcom verfolgen beim Thema Software-defined Networking unterschiedliche Strategien. Welche SDN-Lösung ist erfolgversprechender?

Ich höre viel über Intel und Broadcom, beziehungsweise über deren Referenz-Designs und SDN-Chips. Wo liegen bei...

Software-defined Networkinging (SDN) die Unterschiede zwischen den Angeboten von Intel und Broadcom?

Sowohl Intel als auch Broadcom haben heiße Eisen im Feuer, wenn es um den aufkommenden SDN-Markt geht und beide SDN-Lösungen verfolgen unterschiedliche Ansätze. Wer dabei aber die Nase vorn hat, ist derzeit noch nicht abzusehen.

Im ersten Quartal 2014 hat sich Broadcoms Chipsatz Trident II seinen Weg in Hardware-Produkte von Cisco Systems, Juniper Networks, Extreme und anderen Anbietern gebahnt hat. Durch die breite Annahme in der Branche kann man das durchaus als einen erfolgreichen Vorstoß in den SDN-Markt bezeichnen. Broadcom adressiert diesen Markt mit Hardware-Unterstützung für die Overlay-Protokolle VXLAN und NVGRE. Weiterhin gibt es oft nachgefragte ToR-Funktionen wie TRILL, ECMP und vor allem auch OpenFlow. Obwohl Broadcom Chips für diverse Netzwer-OEMs herstellt kümmert sich Broadcom als Chip-Spezialist vor allem um I/O-Funktionen im Netzwerk, nicht so sehr um die Software-Komponente in Software-definierten Netzwerken.

Im Unterschied dazu fährt Intel mit seinem Open Network Plaftorms for Switch und Server Reference Design zweigleisig. Wenig überraschend verwendet das Server-Referenz-Design (Sunrise Trail) die Xeon-basierte x86-Plattform zur Orchestrierung und Kontrolle  des Hypervisors. Das Switch-Referenz-Design (Seacliff Trail) dagegen ist, gemessen an heutigen Standards, ein relativ gewöhnliches 48x10GbE/4x40GbE-ToR-Gerät, das die dazugekauften Fulcrum-Kapazitäten nutzt. Intels Taktik deckt dabei alle Möglichkeiten ab: Mit Unterstützung für OpenFlow und OpenStack lassen sich gleichzeitig physische und virtuelle Switche kontrollieren. Intels Data Plane Development Kit auf WindRiver Linux ist dabei ein Schlüssel-Faktor bei der Optimierung der OpenSwitch-Performance.

Die Unterstützung für offene Standards in beiden Referenz-Designs ist wichtig, weil interessierte OEMs auf diese Weise großen Spielraum zur individuellen Anpassung und somit auch zur Wertschöpfung erhalten. Im Unterschied zu Broadcom dürfte Intels breiter angelegtes Konzept wohl vor allem bei Service-Providern und anderen Plattform-basierten Anbietern Anklang finden, die einen Nutzen darin sehen, das komplette Design von Endpunkt zu Endpunkt kontrollieren zu können. Es wird allerdings noch eine ganze Weile dauern, bis SDN als eine schlüsselfertige Lösung einsatzfähig ist. Deswegen werden wohl viele Kunden die Komponenten lieber noch Stück für Stück auf Herz und Nieren testen. Ein Referenz-Design von einer breiteren Palette an Anbietern zur Auswahl zu haben könnte dem nervösen CIO den Übergang allerdings wesentlich erleichtern.

Anmerkung der Redaktion: Glen Kemp ist unabhängiger Consultant und geschäftlich weder mit Intel noch mit Broadcom verbunden.

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2014 aktualisiert

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