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Was bedeutet der steigende IPv6-Anteil für Unternehmen?

Anders als oft angenommen, steigt der IPv6-Anteil rapide an. Unternehmen sollten nicht mehr lange zögern, ihre Netzwerke darauf vorzubereiten.

Es wird oft als allgemeine Tatsache angesehen, dass der Umstieg auf IPv6 immer noch recht langsam vonstattengeht....

Laut aktuellen Forschungsberichten ist das aber nicht unbedingt wahr. 

Trotzdem muss diese Aussage oft als Vorwand herhalten, um den Umstieg im eigenen Unternehmen zu verzögern. Schließlich müsste dazu eine Menge Zeit und Geld investiert werden. Aber wenn man sich die letzten zwei Jahre einmal genauer ansieht, kommen überraschende Fakten zu Tage.

Laut Statistiken von Google und Cisco markiert das Jahr 2011 den Punkt, an dem der Umstieg auf IPv6 Fahrt aufgenommen hat. Im Februar 2011 verkündete die Internet Assigned Numbers Authority (IANA) allerdings auch das baldige Ende des IPv4-Address-Pools. Offensichtlich stellte dies für viele Unternehmen einen regelrechten Weckruf dar. Bereits im Juni 2012, als der World IPv6 Launch Day gefeiert wurde, war der IPv6-Anteil bereits von 0,3 Prozent auf 0,7 Prozent gestiegen. 

Bis Ende 2014 und 2015 sollte die Priorität darauf liegen, sowohl IPv4 als auch IPv6 nutzen zu können.

Ein Jahr später, im Juni 2013, hatte sich der Anteil erneut auf 1,4 Prozent verdoppelt. Und dann stieg er weiter mit einer Geschwindigkeit, die selbst die größten IPv6-Enthusiasten nicht erwartet hätten. Wir hatten uns eigentlich schon daran gewöhnt, dass sich der Anteil alle neun Monate verdoppeln würde. Aber im Juni 2014 lag dieser schon bei 3,5 Prozent und war damit in nur einem Jahr um 150 Prozent gestiegen.

Wenn wir einmal konservativ mit dieser Wachstumsrate weiterrechnen, würde dies in nur drei Jahren zu einem IPv6-Anteil von mehr als 50 Prozent führen: 8,75 Prozent im Jahr 2015, 21,87 Prozent im Jahr 2016 und 54,68 Prozent im Jahr 2017. Trotzdem ist es damit natürlich verfrüht, das Ende von IPv4 auszurufen. Aber angesichts des bald dominanten IPv6-Anteils ist es absolut ratsam, Netzwerke mit Blick auf IPv6 hin zu entwerfen und nur im Ausnahmefall abwärtskompatibel mit IPv4 zu gestalten.

Was bedeutet IPv6 für Unternehmensnetzwerke?

Beim Thema IPv6 im Unternehmen geht es vor allem um das Aufrufen öffentlicher Webseiten und um öffentliche Services. Im Wesentlichen ist die bessere Nutzererfahrung der Grund, weshalb Unternehmen IPv6 ernst nehmen sollten. Bis Ende 2014 und 2015 sollte die Priorität darauf liegen, sowohl IPv4 als auch IPv6 nutzen zu können. 

Ohne diese Fähigkeit nehmen Unternehmen das Risiko in Kauf, dass Nutzer Schwierigkeiten beim Zugriff auf Internetseiten bekommen, weil Internetbetreiber nur mit Tricks und bestimmten Maßnahmen die weitere Nutzung des IPv4-Adress-Pools sicherstellen können. Nutzer werden aber in den seltensten Fällen merken, dass die schlechte Performance durch die Maßnahmen der Internetbetreiber hervorgerufen wird und eher davon ausgehen, dass der Seitenbetreiber daran schuld ist.

Interne Netzwerke dagegen sind keinem so straffen Zeitplan unterworfen. Aber natürlich lassen sich auch hier Kosten und Risiken minimieren, indem die Planung frühzeitig begonnen wird. In großen Unternehmen kann der Umstieg auf IPv6 gut und gerne auch drei Jahre und länger dauern. Wenn Sie hier frühzeitig planen, lassen sich unter Umständen durch sowieso anstehende reguläre Neuanschaffungen oder durch die Integration des IPv6-Wechsels in andere IT-Projekte Kosten sparen. Durch eine frühzeitige Planung können Sie auch sicherheitsrelevante Probleme von Anfang an adressieren, Einkaufsrichtlinien aktualisieren (IT-Geräte mit einem Lebenszyklus von zwei oder mehr Jahren sollten spätestens ab jetzt mit IPv6 umgehen können) und Ihre Belegschaft entsprechend schulen.

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Artikel wurde zuletzt im September 2014 aktualisiert

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