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Sind Satellitenverbindungen eine realistische Option für WANs?

Terrestrische Systeme schlagen Satelliten-Kommunikation bei Geschwindigkeit und Kosten. Allerdings gibt es manchmal keine andere Möglichkeit.

Kommunikationssatelliten gibt es schon seit über 50 Jahren. In einigen sehr entlegenen Gegenden der Erde sind sie häufig die einzige Möglichkeit für Kommunikation. 70 Prozent des Planeten sind mit Ozeanen bedeckt. Daran sehen Sie sehr schön, wie anders sich unser Leben gestalten würde, wenn Satellitenverbindungen nicht praktikabel und bezahlbar wären.

Seit einigen Jahren gibt es auch Breitbandverbindungen via Satellit. Die Performance kann allerdings nicht mit modernen Festnetzkabeln mithalten. Es gibt aber Situationen, in denen Satelliten die einzige Option sind. Nicht überall sind Festnetz oder drahtlose Services verfügbar. Ein solcher Kompromiss kann in so einen Fall mehr als tolerierbar sein.

Zu typischen Satellitenanwendungen gehören das Management von Ressourcen auf der Erde und Fernerkundung der Umgebung. Militär und Geheimdienste nutzen Satelliten natürlich ebenfalls. Sprach- und Videokommunikation laufen darüber sowie Zugriffe auf das Internet und Web. Hauptsächlich müssen Sie auf Mobilität, benötigte Bandbreite und Kosten achten. Behalten Sie ebenfalls im Hinterkopf, dass nicht alle Satellitenstationen mobil sind. Auch müssen Sie rechtliche und politische Aspekte in Betracht ziehen. Allgemein kann man sagen, dass es genügend Satellitenservices gibt, womit sich in den meisten Teilen der Erde mithilfe der richtigen Kombination eine entsprechende Lösung finden lässt. Satellitenverbindungen eignen sich hervorragend für viele Übertragungsanwendungen.

Helle, glänzende Objekte am Himmel

Die meisten Kommunikationssatelliten sind geostationär. Das bedeutet, sie sind im Orbit über dem Äquator in einer Höhe von 35.786 Kilometer geparkt. Sie laufen synchron zur Erdrotation. Deswegen sieht es so aus als würden sie sich immer am selben Ort befinden. Der Nachteil ist natürlich, dass die Distanz eine Verzögerung bei den Umlaufsignalen (Latenz) verursacht. Es handelt sich dabei um mehr als eine halbe Sekunde. Wollen Sie Sprache übertragen oder legen viel Wert auf ausgezeichnete Reaktionsfähigkeit, dann kann diese Verzögerung frustrierend sein.

Es gibt Optionen mit einem niedrigeren Orbit. Allerdings haben sie in der Regel eine geringere Durchsatzrate und kosten oftmals mehr. Satelliten in einem niedrigeren Orbit bieten aber handliche Endgeräte, was natürlich bequemer ist.

Die Kosten für ein Satellitensystem werden allerdings immer höher sein als terrestrische Angebote. Das ist unabhängig vom System und manchmal kosten sie sogar sehr viel mehr. Einen Satelliten zu bauen, in den Orbit zu bringen und zu betreiben ist nicht gerade günstig. Wirtschaftlich ist das oft nur sinnvoll, wenn die andere Option gar keine Kommunikationsmöglichkeit bedeutet. Die Kosten für Services variieren, somit sollten Sie sich unbedingt gut umsehen.

Einige Firmen haben die Vision, durch Satellitenkonstellationen in einem niedrigeren Orbit mit dem Preis von Festnetzen konkurrieren zu können. Allerdings ist dieser Fall bisher nicht eingetreten. Mit Blick auf die sehr hohen Kosten bei satellitenbasierten Services darf bezweifelt werden, dass das jemals der Fall sein wird. Satelliten-Networking ist deswegen mit einigen Ausnahmen weiterhin für das Militär und die Regierungen sinnvoll. Verfügbar ist die Option schon, sie kostet eben entsprechend.

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Artikel wurde zuletzt im Januar 2017 aktualisiert

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