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Ist WebRTC das Richtige für Sie?

WebRTC ist für alle Unternehmen interessant. Die browserbasierte Technologie für Sprache und Video hat aber ein vermeintliches Akzeptanzproblem.

In den vergangenen zwei Jahren wurde ich immer wieder gefragt: Wie sieht es mit der Annahme von WebRTC aus? Gibt...

es vielversprechende Anwendungsfälle für WebRTC? Wann werden echte Unternehmen WebRTC verwenden und entsprechende Services ausrollen?

Wir haben schon bei einigen Firmen WebRTC im Einsatz gesehen. Darunter befinden sich sowohl große als auch kleine Unternehmen. Die Fragen oder die Unsicherheiten sind immer gleich: Wird WebRTC überhaupt jemals großflächigen Einsatz finden?

Diese Fragen und Sorgen sind legitim. Das gilt vor allen Dingen mit Hinblick auf das Implementieren einer nagelneuen Technologie. Man kann es als positiv betrachten, dass andere ins kalte Wasser gesprungen sind und damit Erfolg hatten. Die Leute haben mit dieser Technologie eher das Problem, dass es nicht wirklich Beweise für eine breite Akzeptanz von WebRTC gibt.

Die zwei hauptsächlichen Anwendungsfälle für WebRTC im Jahr 2015 sind das Contact Center und Unified Communications (UC). Per Contact Center versuchen viele Unternehmen, Ihren Anwendern Zugriff auf Sprache und Video zu geben. Somit lässt sich mit dem Contact Center direkt aus dem Browser heraus kommunizieren. Andere Firmen konzentrieren sich wiederum darauf, den Arbeitsplatz zu modernisieren und zu virtualisieren.

In Sachen UC haben in 2015 Avaya, Cisco, Polycom und Unify Produkte und Services mit WebRTC veröffentlicht. Andere wie AT&T, Comcast, Facebook kündigten an, dass sie WebRTC implementiert haben.

Andere Unternehmen verhalten sich jedoch noch zögerlich. Sie wollen die Akzeptanz von WebRTC in Zahlen belegt haben? Ist das überhaupt möglich?

Leider muss man an dieser Stelle sagen, dass ein Messen der Akzeptanz von WebRTC durch die Anbieter irgendwo um Bereich zwischen schwer und unmöglich liegt. Im Speziellen ist es schwer, genau festzulegen, wer die browserbasierte Technologie einsetzt und vor allen Dingen wie. WebRTC ist sowohl eine standardisierte Spezifikation als auch ein Open Source Stack und die Anbieter nutzen WebRTC auf verschiedene Weise. Das Ziel muss dabei nicht einmal Webbrowser heißen.

Wie würden Sie die folgenden drei Beispiele an Anwendungsfällen von WebRTC einstufen?

  • Talko bietet Gruppenkommunikation für Unternehmen an. Die Firma hat eine mobile App entwickelt, die derzeit ohne Webpräsenz ist. Letzteres ist allerdings für die Zukunft geplant. Talko verwendet WebRTC intern. Ist das allerdings etwas, das wir als WebRTC-Service definieren können?
  • Amazon hat einen Service auf dem Kindle Fire Tablet, der sich Mayday nennt. Damit können Anwender den Support-Mitarbeiter direkt vom Tablet aus kontaktieren. Video-Leistungsmerkmale sind ebenfalls enthalten. Es ist kein Browser notwendig. Diese Funktion ist nur mit einem Kindle Fire Tablet nutzbar. Ist das ein WebRTC Service? Nach einer Analyse des Netzwerk-Traffics verwendet die App allerdings sehr wahrscheinlich WebRTC.
  • WhatsApp ist ein beliebter Messaging Service, der von Facebook akquiriert wurde. Darüber sind auch Sprachdienste verfügbar. Netzwerkanalysen deuten darauf hin, dass WhatsApp Komponenten der WebRTC-Codebasis verwenden. Allerdings wurde das Protokoll von WebRTC wohl verändert, um den speziellen Ansprüchen gerecht zu werden. Können wir das als Akzeptanz von WebRTC gelten lassen?

Seit einigen Monaten führe ich eine Liste mit Anbietern, die WebRTC einsetzen. Jeden Monate erweitere ich diese um 30 bis 40 neue Anbieter. Die Liste umfasst in der Zwischenzeit mehr als 700 Firmen. Einige der Produkte befinden sich in einer Beta-Phase. Andere wiederum betreiben kommerzielle Services. American Express verwendet WebRTC zum Beispiel, um mit Kunden via Video ins Gespräch zu kommen.

Schon 500 Anbieter sollten mehr als ein Grund sein, auf WebRTC zu setzen. 700 oder mehr verleihen dieser Meinung noch mehr Gewicht.

Ignorieren Sie die Technologie und sehen Sie sich die Anwendungsfälle von WebRTC an

Nehmen Sie sich eines Problems an, das nach einer Lösung verlangt. Entscheiden Sie von Fall zu Fall, ob WebRTC dafür dienlich sein könnte und wie.

In der Regel eignet sich WebRTC, wenn:

Sie mithilfe eines Browsers kommunizieren möchten:

  • Chrome und Firefox bringen native Unterstützung mit.
  • Internet Explorer und Safari haben das nicht, lassen sich allerdings mit entsprechenden Plug-ins mit WebRTC und Flash nachrüsten.
  • In Microsofts neuem Browser Edge finden sich Anzeichen für eine Akzetanz von WebRTC.

Eine Kommunikation aus einer Anwendung ist notwendig:

  • Ein Telefon ist nicht ideal, da Sie die Kontrolle über Nutzererfahrung und Inhalt behalten wollen.
  • Vielleicht benötigen Sie nicht nur Sprache, sondern auch Video.

Sie brauchen eine Media-Engine, wollen allerdings kein Vermögen dafür ausgeben:

  • WebRTC kann es mit kommerziellen Media-Engines aufnehmen, ist allerdings komplett frei.

In den meisten Fällen werden Sie schlussfolgern, dass WebRTC sehr wohl einen Platz in Ihrem Unternehmen hat.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2015 aktualisiert

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